Leichenfundorte säubern – Arbeitsbereiche eines Tatortsreinigers


Foto von Matilda Wormwood von Pexels
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Im Treppenhaus riecht es intensiv süßlich und der ältere Nachbar wurde schon seit Wochen nicht mehr gesehen? Immer wieder passiert es, dass eine Leiche gefunden wird. Anschließend muss der Leichenfundort gründlich gereinigt werden, da sich die Gerüche ansonsten festsetzen und über Monate hinweg nicht von allein verschwinden. Neben Wohnräumen müssen beispielsweise auch Autos von Leichengerüchen befreit werden oder Hotelzimmer.

Was ist eine Tatortreinigung?

Ob es sich beim Leichenfund um einen natürlichen Tod oder ein gewaltsames zu Tode kommen handelt, ist dabei für die Tatortreinigung nebensächlich. Können verunreinigte Gegenstände wie beispielsweise Teppiche, Sitzmöbel oder kontaminierte Matratzen nicht entsorgt werden, müssen diese aufwendig sterilisiert werden. Der typische Leichengeruch kann sich auch außerhalb eines Leichenfundorts ausbreiten, wenn Erreger vom Tatort fortbewegt werden, etwa über die Schuhsohlen.

Was gehört zu einer Tatortreinigung?

Bei der professionellen Tatortreinigung Hamburg sind speziell ausgebildete Gebäudereiniger beschäftigt, welche immer dann mit der Tatortreinigung beauftragt werden, wenn eine Leiche gefunden wurde. Je nachdem, ob es sich um einen Selbstmord handelt, einen Unfall beziehungsweise einen natürlichen Tod oder um ein Gewaltverbrechen, können die Gebühren für die Tatortreinigung entweder von den Hinterbliebenen aufgebracht werden oder aber beispielsweise vom Eigentümer der betroffenen Wohnung. Gereinigt wird ein Tatort grundsätzlich erst, wenn die Kriminalbehörden mit der Spurensicherung fertig sind. Der intensive Verwesungsgestank kann sich besonders lange an einem Tatort halten, je länger die Leiche unentdeckt geblieben ist. Erst, wenn die organischen Verunreinigungen durch spezielle Mittel vollständig beseitigt worden sind, kann der unangenehme Leichengeruch vom Tatort verschwinden.

Die Leichenfundortreinigung ist nichts für schwache Nerven

Wer sich für den Beruf des Tatortreinigers interessiert, muss psychisch unbedingt stabil und belastbar sein. Zwar werden Leichenfundortreiniger nur in den seltensten Fällen zu Schauplätzen gerufen, an denen sich die Toten noch befinden, dennoch kann eine tägliche Auseinandersetzung mit dem Tod bei labilen Menschen zu psychischen Veränderungen führen. Gegen den durchdringenden Leichengeruch helfen Atemschutzmasken, jedoch dringt dieser ebenfalls in die Kleidung eines Tatortreinigers, sodass die strengen Gerüche durchaus auch mit nach Hause genommen werden.

Natürliche und unnatürliche Todesursachen: Welche Voraussetzungen braucht man für den Beruf

Den Lehrberuf „Tatortreiniger“ gibt es in Deutschland nicht. Eine Ausbildung zum staatlich anerkannten Desinfektor bereitet Interessierte sehr gut vor, auch wenn diese ansonsten vornehmlich in der Lebensmittelproduktion oder etwa in Krankenhäusern arbeiten. Um sich mit den Anforderungen der allgemeinen Gebäudereinigung vertraut zu machen, kann zunächst auch eine Ausbildung in diesem Bereich absolvieren. Als Tatortreiniger verdient man je nach Wirtschaftsregion ein monatliches Bruttogehalt von rund 3.000 Euro. Da es sich um einen Job handelt, bei dem ein gewisses Maß an körperlicher Kraft benötigt wird, braucht ein Tatortreiniger neben starken Nerven außerdem physische Gesundheit. Als Schulabschluss kann die Mittlere Reife vorteilhaft sein, diesbezüglich gibt es im Bereich Gebäudereinigung jedoch keine festen Anforderungen. Für die Weiterbildung zum Desinfektor gilt dasselbe, jedoch sollte ein gewisses Interesse an den Schulfächern Biologie und Chemie vorhanden sein.

Mehr Interessenten als Arbeitsstellen

Trotz der harten Anforderungen und der beschwerlichen Tätigkeit zieht es vielerlei Menschen in diese Branche. In Großstädten wie Hamburg, Berlin oder München gibt es regelmäßig deutlich mehr Bewerber um einen Job als Tatortreiniger, als freie Stellen ausgeschrieben werden. Bessere Einstellungschancen haben diejenigen Interessenten, die bereits eine entsprechende Qualifikation auf dem Gebiet der Gebäudereinigung oder im öffentlichen Gesundheitswesen vorweisen können. Im Vergleich zum Desinfektor in Krankenhäusern ist das Gehalt eines Leichfundortreinigers mehr als doppelt so hoch. Einige Unternehmen bilden Schulabsolventen selbst aus, wobei von Anfang an der Fokus auf den Besonderheiten der Tatortreinigung liegt. Auch wenn dieser Beruf zunächst trotz aller Widrigkeiten verlockend erscheinen mag, schmeißen sensible Auszubildende bereits nach einigen Wochen das Handtuch, weil die tägliche Konfrontation mit dem gewaltsamen oder natürlichen Tod doch auf Dauer zu einer allzu großen Belastung werden. Nicht jeder, der sich dafür interessiert, Leichenfundorte gründlich zu säubern, ist außerdem empathisch genug, um mit den Angehörigen des Verstorbenen einfühlsam genug umgehen zu können.

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