Wie erkennt man gute Bildungsdienstleister?


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Weiterbildung ist wichtig, das steht außer Frage. Sei es die persönliche Lebenssituation, die nach einer längeren Auszeit durch Erziehungs- oder Pflegeurlaub, einen Wiedereinstieg in den Beruf erfordert oder der persönliche Wunsch nach Aufstiegs- oder Wechselmöglichkeiten – berufliche Weiterbildungen sind gefragt und notwendig. Doch wie ist ein wirklich guter Bildungsdienstleister zu erkennen?

Inhalt, Themenvielfalt und Dozenten mit guten Referenzen

Weiter- und Fortbildung sind Themen, die jeden Arbeitnehmer heute sein ganzes Arbeitsleben begleiten. Die heutige Arbeitswelt befindet sich im stetigen Wandel, was sich natürlich auf die Arbeitswelt auswirkt. Um die eigene Attraktivität für den Arbeitgeber zu steigern, ist es von Vorteil, immer auf dem aktuellen Stand zu sein. Da die Ausbildung, Lehre oder Studium aber immer in der Vergangenheit liegen, ist es notwendig, durch eine Weiterbildung Kenntnisse zu erlangen oder zu vertiefen, um die jeweils aktuelle Stelle optimal besetzen zu können.

Um die passende und erfolgversprechende Weiterbildung zu finden, bedarf es, den richtigen Weg einzuschlagen. Es gibt viele Bildungsdienstleister auf dem Markt. Ein Kriterium, das gute Anbieter gemeinsam haben, ist Transparenz. Die Kursinhalte werden den Interessenten offen gelegt und wenn Kunden ihre Wünsche und Ziele beschreiben, wird offen und ehrlich gesagt, ob ein Seminar den Anforderungen gerecht werden kann. Gibt es im eigenen Haus passende Angebote, so werden diese angeboten oder es wird ein Kursprogramm zusammengestellt, das auf das langfristige Ziel ausgerichtet ist.

Anbieter haben nichts von zahlenden Kunden, die unzufrieden sind. Denn diese bewerten den Anbieter schlecht. Daher versuchen sie den Kunden gerecht zu werden und empfehlen bei Bedarf andere Anbieter, denn es gibt auch Kooperationen unter Konkurrenten.

Merkmale eines guten Bildungsdienstleisters

Einen guten Anbieter erkenne ich daran, dass er sich in meinem persönlichen Berufsbereich auskennt. Es sollte also ein Dienstleister sein, der mit meiner Berufsgruppe schon häufiger Erfahrungen gemacht hat. Oftmals bietet der Arbeitgeber selber eine interne Weiterbildungsmöglichkeit an oder bucht Dienstleister, die für ihn entsprechende Fortbildungen anbieten. Will ich bevorzugt meinen Arbeitgeber behalten, sind das die Schritte, die ich zunächst gehen kann.

Eine andere Situation ergibt sich, wenn ich noch im Anstellungsverhältnis bin, aber auf der Suche nach einer Veränderung im Arbeitsleben. Es kann dann von Vorteil sein, dass die Suche nach einer passenden Weiterbildung von einem externen Bildungsdienstleister in Anspruch genommen wird. Nur so kann der Arbeitsalltag ungestört weiterlaufen und die Ruhe am Arbeitsplatz wird nicht frühzeitig gestört.

Viele Institutionen werden im Internet in Bewertungsportalen beworben. Wenn auf der Suche nach der richtigen Institution ein solches Portal besucht wird, muss immer die Glaubwürdigkeit der Angaben hinterfragt werden. Leider ist es immer öfter der Fall, dass gute Bewertungen erkauft wurden. Also müssen auch positive Bewertungen sehr aufmerksam und kritisch gesehen werden.

Gefakte Bewertungen lassen sich durch einige Tricks identifizieren. Nutzerprofile, die überdurchschnittlich viele Bewertungen geschrieben haben und dabei Seminare aus Medizin, Technik und Wirtschaft besucht haben, gehören entweder Allroundgenies oder „Auftragsbewertern“. Sehr fehlerhaft geschriebene Bewertungen für anspruchsvolle Seminare oder Studiengänge weisen ebenfalls darauf hin, dass die Bewertungen gekauft sein können. Denn fachlich anspruchsvolle Weiterbildungen setzen immer ein gewisses Sprachniveau voraus.

Gute Anbieter stellen den Wissenstand eines Interessenten fest, bevor sie ihn in einen Kurs aufnehmen. Ein professioneller Bildungsanbieter muss nicht nur den derzeitigen Bildungsstand kennen, sondern auch wissen, welche Arbeitsmöglichkeiten sich durch eine abgeschlossene und zertifizierte Fortbildung realisieren lassen werden. Wie sieht der zukünftige Arbeitsmarkt aus, wie sind die Chancen, eine Anstellung zu finden, sind diese Möglichkeiten mit der derzeitigen Lebenswirklichkeit vereinbar? Wenn möglich, sollten all diese Fragen mit dem Bildungsanbieter im Vorhinein geklärt werden können. Zudem wird meist auch von den Seminaranbietern angeboten, bei der Jobsuche behilflich zu sein. Aufgrund der Vermittlungsarbeit, die Träger leisten, haben sie ein gutes Netzwerk und vielleicht bereits Kontakt zum künftigen Wunscharbeitgeber, der mir Türen öffnen kann. Problematisch sind Kurse die aus Selbstzahlern bestehen, wenn solche Kenntnisüberprüfungen nicht gemacht werden. Es wird immer blutige Anfänger, Menschen mit Grundkenntnissen und Interessenten, die sehr spezielle Fragen zu dem Thema haben geben. Sitzen diese alle in einem Seminar, wird es immer Unzufriedene geben. Es ist Aufgabe eines Anbieters, im Vorfeld homogene Seminargruppen zusammenzustellen.

Eine Frage des Geldes?

Aber selbstverständlich gibt es auch eine Kostenfrage, die zu Beginn geklärt werden muss. Ist mein derzeitiger Arbeitgeber bereit, die Kosten für eine Fortbildung zu übernehmen? Wenn ich die Bezahlung selber tragen muss, muss ich den Bildungsanbieter nach den genauen Kosten fragen, damit ich herausfinden kann, inwiefern Kosten und Nutzen in einem sinnvollen Verhältnis stehen. Nur wenn das alles positiv beantwortet ist, kann eine fundierte Entscheidung gefällt werden.

Die Seminargebühren selbst geben keinen Aufschluss über die Qualität des Seminars. Üblicherweise richtet sich die Kundenzufriedenheit an den direkten Kontaktpersonen und Gegebenheiten aus. Sehr engagierte Dozenten können den Ruf eines Bildungsträgers massiv verbessern, wohingegen Lehrkräfte, die nur ihr Programm abspulen, den Ruf schnell schädigen können.

Ist die Frage des Geldes, die entscheidende für oder gegen eine Weiterbildung, ist es sinnvoll, sich über Fördermöglichkeiten zu informieren.

Wann sind Weiterbildungen besonders sinnvoll?

Die Digitalisierung der Wirtschaft hat einen enormen Weiterbildungsbedarf geschaffen. Daher kann pauschal gesagt werden, dass nach Modernisierungen und Umstellungen auf digitale Prozesse Weiterbildungen sehr wichtig sind, um vorhandene Mitarbeiter mitzunehmen und sie nicht mit Neuem zu überfordern. Noch eine Notwendigkeit zur beruflichen Bildung entsteht nach einer langen Elternzeit, in der sich die Lebensumstände drastisch verändert und die Interessen sich verlagert haben. Berufe in denen es rasante fachliche und technische Veränderungen gibt, können schnell dafür sorgen, dass der Anschluss verpasst wurde. Der Wiedereinstieg ins Berufsleben ist dann oft von großen Ängsten und Unsicherheiten geprägt. Es gibt hier ganz spezielle Kurse für Wiedereinsteiger. Familienfreundliche Unternehmen haben auch Wiedereinstiegsprogramme für Eltern oder Mitarbeiter die nach Krankheit, Sabbatjahr oder Pflege von Angehörigen zurückkehren.

Tipp: Zertifizierte Anbieter und deren Maßnahmen können auch auf verschiedenen Internetportalen gefunden werden. Es ist wichtig, dass die Zertifikate, die Sie bei Abschluss einer solchen Maßnahme erhalten, für den Arbeitsmarkt anerkannt sind. Es gibt leider auch Anbieter, deren Abschlüsse zwar gut klingen, aber keine anerkannte Qualifikation darstellen. Daher ist es bei der Wahl eines Programms ganz wichtig, diesen Punkt genau zu hinterfragen.

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