Wie funktioniert ein Kredit mit Schlussrate?


Bild von moerschy auf Pixabay

Ein Großteil der Kredite verläuft nach einem linearen Schema. Das bedeutet, dass die monatlichen Raten über die Laufzeit in etwa gleichbleiben. Es gibt außerdem Kredite, bei denen die Raten im Laufe der Zeit sinken. Beide Varianten haben gemein, dass mit der letzten Rate die Schuld beglichen ist. Ganz anders funktioniert der Kredit mit Schlussrate, der auch als Ballonkredit bekannt ist.

Der Ballon- oder Schlussratenkredit im Detail

Als Ballonkredit wird ein Darlehen bezeichnet, bei dem die Tilgungsraten nicht den gesamten Kreditbetrag decken. Somit verbleibt für das Ende der Kreditlaufzeit eine Schlussrate, die einen beachtlichen Teil der Gesamtkreditsumme ausmacht. Bei einigen Krediten kann die letzte Rate sogar 100 Prozent der Kreditsumme betragen, was bedeutet, dass über die Laufzeit ausschließlich die Zinsen gezahlt wurden. Abgesehen von dieser Eigenart ist der Ballonkredit ein normaler Ratenkredit. Banken bieten ihn meistens zweckgebunden an.

Welche Vor- und Nachteile hat ein Kredit mit hoher Schlussrate?

Mit seiner Eigenart hat der Ballonkredit sowohl positive als auch negative Eigenschaften. Die hohe Schlussrate am Ende der Laufzeit ist dabei sowohl Vorteil als auch Nachteil. Ist die hohe Summe für die letzte Rate nicht verfügbar, ist der Kreditnehmer gezwungen, zu handeln. Entweder er nimmt einen anderen Kredit für die Umschuldung auf oder er muss das Objekt, das finanziert wurde, verkaufen, um die letzte Rate zu bezahlen. Falls das Fahrzeug nicht mehr den erwarteten Wert besitzt, fehlt weiterhin Geld für die letzte Rate.

Die hohe Abschlussrate sorgt jedoch auch dafür, dass während der Kreditlaufzeit die monatlichen Raten niedriger ausfallen als bei vergleichbaren Krediten. Ballonkredite haben meist eine mittlere Laufzeit von vier bis sechs Jahren. Bei einer angenommenen Kreditsumme von 25.000 Euro, einer Laufzeit von vier Jahren und einer Abschlussrate von 50 Prozent liegt die monatliche Rate um etwa 200 Euro niedriger als bei einem klassischen Autokredit. Dennoch steht dasselbe Neufahrzeug zur Verfügung und der Kreditnehmer ist in beiden Fällen der Eigentümer. Dies wäre beim Leasing nicht der Fall, wobei dort ähnliche monatliche Kosten anfallen. Dank dieser niedrigen Abzahlung bleibt während der Abzahlung mehr Budget für andere Ausgaben, etwa für schöne Fernreisen im Sommerurlaub.

Hier liegt gleichzeitig auch eine Gefahr des Ballonkredits. Mitunter vergessen Kreditnehmer, dass sie Geld für die Abschlussrate zur Seite legen müssen. Oder es fallen unvorhergesehene andere Ausgaben an. Dies führt teilweise zu einer kritischen Verschuldung, da weitere Folgekredite aufgenommen werden müssen.

Ein weiterer Nachteil des Ballonkredits im Vergleich mit einem zweckgebundenen Autokredit ist der höhere Zinssatz. So zahlt der Kreditnehmer unter dem Strich oft mehr als mit einer klassischen Finanzierung.

Bei welchen Kreditarten gibt es diese Finanzierungsart?

Der Ballonkredit wurde von den Autobanken als Alternative zum Leasing konzipiert. Von den Zahlungsmodalitäten ähnelt der Ballonkredit dem Leasing, jedoch ist der Kreditnehmer der Eigentümer bei dieser Form der Autofinanzierung, im Gegensatz zum Leasing. Dementsprechend ist der Ballonkredit in vielen Fällen ein Autokredit, also zweckgebunden. Banken bewilligen Ballonkredite auch, um ein Wohnmobil oder einen Wohnwagen zu finanzieren. Bei den Ballonkrediten für Fahrzeuge wird die letzte Rate so kalkuliert, dass sie den zu erwartenden Restwert des Fahrzeugs zum Ablaufdatum des Kredits nicht übersteigt. So ist es möglich, das Fahrzeug zu verkaufen, um die Schlussrate und somit den gesamten Kredit abzulösen.

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