Trachtenmode auf Hamburger Volksfesten: Tradition liegt im Trend


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Auf dem Münchner Oktoberfest gehören sie zum Standard: Zünftige Lederhosen und Dirndl dürfen bei dieser international bekannten und beliebten Veranstaltung nicht fehlen. Längst aber werden Trachten nicht mehr nur in Bayern oder dem Schwabenland getragen: Die traditionellen Kleidungsstücke sind auch auf norddeutschen Volksfesten wie etwa dem Hamburger Dom oder beim Hafengeburtstag immer häufiger zu sehen. Besonders junge Leute zeigen sich aktuell gerne in der ehemals verpönten Trachtenmode, die sich in den vergangenen Jahren einen Ruf als modische und attraktive Kleidung erarbeitet hat.

Sehr beliebt: Süddeutsche Trachten im „hohen Norden“

Wer ein Oktoberfest (ob in München oder anderswo) besucht, begegnet ihnen in zahlreicher Ausführung. Trachten sind fester Bestandteil unterschiedlicher Volksfeste im süddeutschen Raum, und das längst nicht mehr nur bei der älteren Generation. In den vergangenen Jahren sind es immer mehr auch die jungen Leute, die sich mit den etwa mit Krüger Trachtenkleidern „in Schale werfen“ und sich stolz in Dirndl und Lederhose zeigen. Auch auf festlichen Veranstaltungen im Norden der Bundesrepublik, so auch in Hamburg, sind immer mehr junge Männer und Frauen zünftig gekleidet. Im Gegensatz zum süddeutschen Raum hat diese Tatsache aber meist weniger mit einer Besinnung auf die Vergangenheit und einer Identifizierung mit den eigenen Wurzeln zu tun – in den meisten Fällen ist das Tragen der Trachten eher auf einen modischen Aspekt zurückzuführen. Dirndl, Trachtenbluse, Leinenhemden und Lederhosen sind bequem und zudem in zahlreichen Ausführungen für jeden Geschmack verfügbar.

Wie authentisch sind moderne Trachten?

Kulturbeauftragte süddeutscher Bundesländer bemängeln nicht selten, dass die modernen Varianten der Trachtenmode nur wenig mit der authentischen Kleidung aus der Vergangenheit zu tun haben. Die klassischen kurzen Lederhosen etwa wurden in Bayern erst vergleichsweise spät getragen und waren keineswegs so präsent, wie heute oftmals angenommen wird. Kurze Dirndl, die heute besonders bei jungen Frauen sehr beliebt sind, gab es damals nicht: Die Damenwelt trug stattdessen lange Röcke und Kleider und zeigte damit nur sehr wenig Haut. Das gilt auch für das bekannte Dirndl-Dekolleté, das heutzutage als typisch für die traditionellen Kleider und Oberteile gilt. Früher fielen diese eher hochgeschlossen aus – die „tiefen Einblicke“ sind also eine Anpassung an die zeitgenössische Mode und waren vor einigen Jahrhunderten noch ein absolutes Tabu. Dafür wurden damals zu jeder Tracht passende Kopfbedeckungen getragen: Diese sieht man heute vor allem bei der Damenwelt sehr selten.

Mit moderner Trachtenmode immer gut gekleidet

Früher hatten Trachten die Aufgabe, auf den ersten Blick gewisse Informationen zu Familienstand, Religion oder auch zum Beruf zu vermitteln. Heute verrät die beliebte Mode längst nicht mehr, ob eine Frau noch zu haben oder bereits unter der Haube ist. Trachtenmode ist, besonders auch im norddeutschen Raum, vornehmlich Mode. Mit aktuellen Kleidungsstücken aus dem Bereich Tracht sind Damen sowie Herren zu zahlreichen Anlässen optimal ausgestattet, sei es auf einem Oktoberfest, einem vergleichbaren Volksfest oder einer Themenparty. Für welche Variante der mehr oder weniger traditionellen Mode sich im Einzelfall entschieden wird, hängt vom Alter, aber auch vom persönlichen Geschmack des Trägers/der Trägerin ab. Der Fantasie sind in diesem Zusammenhang kaum Grenzen gesetzt, und für jede Zielgruppe ist auf dem Markt geeignete Trachtenmode erhältlich.

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