Wasserspender: Wie hygienisch und gesund ist das Wasser aus dem Automaten?


Wasserspender erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Seit einigen Jahren sind die Produkte in diesem Bereich technisch so gut entwickelt, dass sie zu einer echten Alternative zum Trinkwasser in Flaschen geworden sind.
Nicht nur in Geschäftsräumen wird der Einsatz von Wasserspendern für die Belegschaft immer beliebter, auch private Haushalte setzen immer mehr auf diese praktische Form der Trinkwasserversorgung. Doch wie gesund ist das Wasser aus dem Tank tatsächlich und wie ist es um die Hygiene des Trinkwassers bestellt?

Frau trinkt Wasser

Wasser – Das Elixier des Lebens

Trinken ist wichtig für die Gesundheit. Nicht umsonst wird Wasser auch das Elixier des Lebens genannt, denn der menschliche Körper besteht zu mehr als 50 % aus diesem wertvollen Element. Um den Wasserhaushalt immer ausreichend zu versorgen, ist deshalb eine regelmäßige Flüssigkeitszufuhr unerlässlich. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) rät in ihrem Info-Flyer „Richtig trinken – fit bleiben“ zu einer täglichen Trinkmenge von mindestens 1,5 Liter für einen Erwachsenen. Ein ausgeglichener Flüssigkeitshaushalt ist essentiell für zahlreiche Funktionen des Körpers. Ein Flüssigkeitsmangel kann sich durch Konzentrations- und Leistungsschwäche zeigen und schwerwiegende gesundheitliche Folgen wie eine Unterversorgung des Gehirns und der Muskeln mit sich bringen. 

Wer sich gesund ernähren will, trinkt am besten Wasser oder ungesüßte Kräutertees. Gesüßte Getränke wie zuckerhaltige Softdrinks sind für ein gesundes Trinkverhalten weniger geeignet, da sie dem Körper hohe Energiemengen zuführen und außerdem das Kariesrisiko erhöhen. Den schlechten Ruf von Kaffee und schwarzem Tee haben Ernährungsexperten inzwischen revidiert. Für den Flüssigkeitshaushalt können beide Getränke vollwertig berücksichtigt werden. Allerdings enthalten sie Koffein, dessen anregende Wirkung bei einem zu hohen Konsum zu Bluthochdruck und Nervosität führen kann. Ungefähr 3 bis 4 Tassen Kaffee oder Schwarztee empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung als maximale Tagedosis für einen gesunden Erwachsenen. 

Bakterien im Trinkwasser können die Gesundheit beeinträchtigen

Wasser ist ein beliebter Tummelplatz für Bakterien und andere Krankheitserreger. Wenn Wasser lange ruht, wird es zu einem idealen Nährboden für Bakterien. Enterokokken und Legionellen gehören zu den häufigsten im Trinkwasser nachgewiesenen Bakterienformen. 

Bakterien im Wasserbecher?

Legionellen gehören zu den Stäbchenbakterien und leben vor allem im Wasser. Im warmen Wasser können sich diese Bakterien besonders schnell vermehren und damit zu einem Gesundheitsrisiko werden. Wassertanks, die in warmen Räumlichkeiten Aufstellung finden, sind deshalb besonders gefährdet. Erhöhte Ablagerungen von Legionellen werden dabei häufig auf Wasserfiltern festgestellt. Für die Kontrolle von Trinkwasser im Hinblick auf Legionellen hat das Bundesministerium für Gesundheit inzwischen besondere Richtlinien in der Trinkwasserverordnung verankert. Die Überarbeitung der Trinkwasserverordnung aus dem Jahr 2012 legt beispielsweise fest, dass Trinkwasseranlagen, in denen Legionellen nachgewiesen werden konnten, eine umfangreiche Gefährdungsanalyse durchführen müssen, um festzulegen, ob die Menge der im Trinkwasser enthaltenen Legionellen für den menschlichen Organismus gesundheitsgefährdend sein kann. Eine Unterart der Legionellen ist beispielsweise der Krankheitserreger, der die Legionärskrankheit auslöst. Die Aufnahme über das Trinkwasser ist in der Regel eher ungefährlich. Nur sehr hohe Konzentrationen an Legionellen oder eine Aufnahme von Wassertröpfchen über die Atemwege führt häufiger zu einer Erkrankung. Typische Folgeerkrankungen sind neben der Legionärskrankheit auch Lungenentzündungen Symptome, die denen einer Grippe vergleichbar sind. 

Enterokokken sind kugelförmige Bakterien, die vor allem im Verdauungssystem von Tieren vorkommen. Können sie im Trinkwasser nachgewiesen werden, liegt in den meisten Fällen eine fäkale Verunreinigung vor. In aller Regel ist eine fehlerhafte Installation der Frischwasserversorgung der Grund für Enterokokken im Trinkwasser. Wird ein Wasserspender direkt an die Frischwasserleitung angeschlossen und darüber mit Trinkwasser gespeist, können die Enterokokken über das entnommene Trinkwasser in größerer Menge in den Körper gelangen und dort Erkrankungen des Magen- und Darmsystems auslösen. Auch manche Harnwegsinfekte und Blutvergiftungen können auf eine Infektion mit Enterokokken zurückgeführt werden. Besonders gefährdet sind Personen mit einem geschwächten Immunsystem. 

Weitere Formen einer möglichen Verunreinigung des Trinkwassers hat der Hersteller Welltec in seinem Ratgeber zur Hygiene in Wasserspendern zusammengestellt. 

Die Trinkwasserverordnung – Hygiene mit hohen Standards

In Deutschland liegt ein besonderes Augenmerk auf der Sauberkeit des Trinkwassers. Die Trinkwasserverordnung (TrinkwV2001) laut Bundesministerium für Gesundheit legt hohe Standards fest, denen jede Form der Trinkwasserversorgung auf deutschem Staatsgebiet genügen muss. Besonders streng wird die Konzentration von Legionellen im Trinkwasser überwacht. Das Bundesministerium für Gesundheit legt in der Trinkwasserverordnung eine Menge von maximal 100 Legionellen pro 100 ml Wasser fest. Wird die Konzentration bei regelmäßigen verpflichtenden Messungen überschritten, muss der Verantwortliche eine detaillierte Analyse erstellen lassen, deren Ergebnis auch dem Landesgesundheitsamt zu melden ist. 

Wasserspender: Echte Profis in der hygienischen Trinkwasserversorgung

Wasserspender finden heute an vielen öffentlichen Orten Verwendung. Sie kommen in Büroräumen, Ladenlokalen, Kindertagesstätten, Seniorenresidenzen und Krankenhäusern zum Einsatz. Dadurch sind die Anforderungen, die an die Hygiene der modernen Durstlöscher gestellt werden, besonders hoch und aufgrund der Nutzung durch einen sehr großen Personenkreis gleichzeitig besonders schwierig zu erfüllen. 

Die Risiken sind zahlreich: Wird ein Wasserspender direkt an eine Frischwasserleitung angeschlossen, kann eine fehlerhafte Vorinstallation zur Verunreinigung mit Fäkalbakterien führen. Erfolgt die Frischwasserversorgung dagegen über einen integrierten Wassertank, kann die Lagerung bei sehr hohen Temperaturen, zum Beispiel in stark beheizten Räumen oder durch direkte Sonneneinstrahlung, zu einer starken Vermehrung von Legionellen führen. Eine fehlerhafte Bedienung der Systeme, eine mangelnde Desinfektion oder ein unregelmäßiger Austausch der Wasserbehälter sind weitere typische Gründe für hygienische Mängel. 

Die Hersteller von Wasserspendern nehmen ihre Verantwortung im Bereich Hygiene sehr ernst. Deshalb hat die German Bottled WaterCooler Association e.V. in Anlehnung an die Trinkwasserverordnung des Bundesministeriums für Gesundheit und auf Empfehlung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) die so genannten „Leitlinien für Gute Hygiene Praxis für Watercooler-Unternehmen“ erlassen. In den Leitlinien werden Mindeststandards für die Reinigung, Desinfektion, Wartung und Pflege von wassertankgespeisten Spendersystemen festgelegt. Auch für Wasserspender, die direkt an die Frischwasserleitung angeschlossen werden, sollen vergleichbare Richtlinien erlassen werden, da diese Systeme immer häufiger zum Einsatz kommen. In den Leitlinien wird aber nicht nur die Nutzung und Instandhaltung der Endgeräte standardisiert, auch für Abfüllanlagen und Wasserbehälter werden feste Richtlinien definiert, denen die Hersteller unterliegen. 

Wasserqualität in Deutschland

Darüber hinaus wird die Gesundheit des Verbrauchers zusätzlich durch die so genannte Mineral- und Tafelwasserverordnung (MTVO) des Bundesministeriums für Justiz und Verbraucherschutz geschützt. Nach dieser Verordnung dürfen Wasserspender nur Tafel- und Quellwasser in Umlauf bringen. Im Hinblick auf Sauberkeit stützt sich die MTVO außerdem auf die Angaben der Trinkwasserverordnung, nach der maximal 100 Keime pro 100 Milliliter Wasser nachgewiesen werden dürfen. 

Durch die hohen Hygienestandards, die die Hersteller von Wasserspendern in Zusammenarbeit mit übergeordneten Verbraucherschutzstellen erlassen haben, ist das Trinkwasser aus einem solchen System als besonders sauber einzustufen. Wer sich an öffentlichen Orten für einen durstlöschenden Schluck aus dem Tank entscheidet oder sogar im eigenen Zuhause auf einen praktischen Wasserspender baut, legt seinen Wasserhaushalt und damit auch einen wesentlichen Teil seiner Gesundheit in die Hände echter Profis. 

Bildquellen:

  • Abbildung 1: pixabay.com © byrev (CCO 1.0)
  • Abbildung 2: pixabay.com © Mcability (CCO 1.0)
  • Abbildung 3: pixabay.com © ronymichaud (CCO 1.0)

 

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