Der CBD-Burger darf in Hamburg nicht serviert werden


Daniel MacGowan-von Holstein wollte die Hamburger Gastro-Szene um eine Attraktion reicher machen: um den CBD-Burger. Doch dann, nachdem alles vorbereitet schien, kam das Verbot von Behördenseite. Doch was steckt eigentlich dahinter und wie sieht die rechtliche Lage aus?

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So hübsch drapiert hätte der CBD-Burger serviert werden können – inkl. einer Pipette mit ein paar Tropfen CBD-Öl zum Selberdosieren. Doch aus dieser Idee ist nichts geworden.

Die Marketing-Maschinerie hat den Start des CBD-Burgers perfekt vorbereitet

Eigentlich war alles bestens dafür vorbereitet, dass in Hamburg künftig ein CBD-Burger über die Ladentheke gehen hätte können, doch mehr als einen Testlauf gab es nicht. Die Redaktion der Hamburger Morgenpost hat den CBD-Burger bei Otto’s Burger in Hamburg testen dürfen. Beim CBD-Burger hätte es (laut diesem Testbericht) nicht etwa um einen vorgefertigten Burger gehandelt, sondern um einen Burger nach Wahl. Für 50 Cent mehr hätte es als Extra CBD-Öl als Beilage gegeben.

Der Burger, der durch das CBD-Öl eine entspannende Wirkung haben soll, wird mit CBD-Öl im Fläschchen serviert – inkl. einer Pipette, mit der das Öl über den Burger geträufelt werden sollte. Wer das CBD-Öl über den Burger träufelt, verleiht dem Gericht damit eine leicht herbe Note und eine gehörige Portion mehr Saftigkeit. Die entspannende Wirkung, die folgte, könnte auf die herben Öltropfen oder auf das urgemütliche Ambiente zurückzuführen sein. Doch um genau dies zu ergründen, gibt es aktuell keine weiteren Tests, denn kurz vor dem offiziellen Angebot des CBD-Burgers in der Hamburger Filiale von Otto’s Burger flatterte das Verbot seitens der Behörden ein – und das völlig unerwartet.

Da CBD-Öl in Hamburg legal ist (anders als beispielsweise in Köln, wo es nicht auf den Burger geträufelt werden dürfte, und im US-Bundesstaat Florida, also quasi mitten im Land der Burger), hielt Chef Daniel MacGowan-von Holstein den mit CBD-gepimpten Burger für eine gute und auch rechtlich einwandfrei Idee. Ein Sprecher der Behörde für Justiz und Verbraucherschutz erklärte hingegen gegenüber der Morgenpost, dass es in Deutschland keine Zulassung für CBD-Öl in oder auf Lebensmitteln hätte.

Wie ist die Situation rechtlich zu bewerten?

pixabay.com © Erin_Hinterland (CC0 Public Domain)Der Cannabiskonsum sei in Deutschland verboten und falle unter das Betäubungsmittelgesetz. Konsumiert werden dürfen Cannabis und seine Wirkstoffe nur dann, wenn die Einnahme medizinisch verordnet ist oder wenn Cannabis verarbeitet worden ist. Das heißt, dass Cannabis in Seilen, Papier und auch in CBD-Öl in verarbeiteter Form erlaubt sind. Häufig wird CBD, der nicht psychoaktive Teil der Cannabispflanze, in Form von Öl konsumiert. Dafür lassen sich CBD-Öle und -Salben online erwerben. Legal ist der Verkauf von Produkten, die einen THC-Grenzwert unter 0,2 Prozent haben. Schwierig ist die Kombination mit Lebensmitteln, was Otto’s Burger letztlich das Verbot einbrachte, ihre leckeren Burger mit CBD-Öl zu pimpen. In Eigenregie CBD-Öl zu kaufen und den selbst gebratenen Burger zu pimpen, ist also de facto erlaubt.

Die Alternative: Selber Burger machen und mit CBD-Öl pimpen

Da es aktuell nicht möglich ist, in Hamburg CBD-Burger zu testen, hilft nur die Do-it-yourself-Variante – und dafür braucht es nicht viel.

Für Burgerbrötchen braucht es nur wenige Zutaten

Um vier Burgerbrötchen selbst zu backen, braucht es nur eine Hand voll alltäglicher Zutaten: 300 Gramm Mehl, einen Teelöffel Salz, zwei Teelöffel Trockenhefe, 20 Gramm Zucker, 150 Milliliter Milch, 45 Gramm Butter und zwei Eier. Salz, Zucker, Mehl und Hefe zusammenmischen. Milch und Butter (in flüssiger Form) werden ebenfalls zusammengemixt und kommen so in den Mehl-Hefe-Mix. Eines der zwei Eier kommt ebenfalls zur Burgerbrötchen-Mischung.

Aus der Masse vier Brötchenkugeln formen und für zwei Stunden gehen lassen. Sind die Brötchen aufgegangen, wird die Oberfläche mit dem zweiten Ei bestrichen. Wer möchte, kann die Burgerbrötchen noch mit Sesam bestreuen. Anschließend kommen die Brötchen für 15 Minuten bei 170 Grad in den Ofen.

Für den Burgerpattie braucht es Hackfleisch und Gewürze

Um passend zu den vier Burgerbrötchen auch vier Burgerpatties herzustellen, braucht es etwa 600 Gramm Rinderhackfleisch sowie Salz, Pfeffer, Worcestersauce zum Würzen sowie Pflanzenöl zum Braten. Das Hackfleisch wird gewürzt und zu einem Burgerpattie verarbeitet, der den Durchmesser des Burgerbrötchens haben sollte. Während Salz und Pfeffer direkt zum Fleisch dürfen, sollte die Worcestersauce oben auf das Hackfleisch gegeben werden.

Zu welchem Burger Brötchen und Pattie später werden, ist abhängig von den Toppings. Meist kommt – wenn der Burger fertig gebraten ist – eine Scheibe Schmelzkäse auf den Hackfleischpattie. Dieser darf dann noch in der Pfanne schmelzen und ins Fleisch eindringen. Ob Käse, Bacon, Speck, Tomaten und Salat auf den Burger sollen (das sind die Zutaten für einen klassischen Burger) oder ob ein ganz außergewöhnlicher Burger kreiert werden soll, ist letztlich Geschmacksache.

Aber nicht vergessen: Am Schluss ein paar Tropfen CBD-Öl auf das Brötchen tropfen, um zu probieren, was bei Otto’s Burgers und in all den anderen Burger-Restaurants in Hamburg nun doch nicht serviert werden darf.

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