Gedruckte Brücken in Amsterdam und Shanghai


Wenn Roboter Brücken ausdrucken

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Bekanntlich ist Hamburg die Stadt mit den meisten Brücken in ganz Europa. Fast 2.500 Stück überspannen unter anderem Elbe und Alster sowie ihre Nebengewässer. Allerdings kam bei keinem der Bauwerke der 3D Druck zum Einsatz. In Städten wie Amsterdam und Shanghai ist das anders: Dort haben sich findige Ingenieure die Funktionsweise des dreidimensionalen Drucks zunutze gemacht, um Brücken zu errichten.

Metalldruck in Brückenform

Zwischen den Straßen OZ Achterburgwal und Stoofsteeg im Amsterdamer Rotlichtbezirk De Wallen können Fußgänger seit 2019 auf einer ganz besonderen Brücke die Gracht überqueren. Es handelt sich nämlich um die erste Stahlbrücke der Welt, die im 3D Druck Verfahren entstanden ist. The Bridge, wie die Konstruktion heißt, ist zwölf Meter lang und wurde in einer Lagerhalle hergestellt. Bei dem Prozess erhitzten vier Roboter zunächst Edelstahl und verteilten ihn dann schichtweise so, dass sich die Brücke bildete. Da es sich beim 3D Druck um eine andere Form als bei der CNC Fertigung handelt, folgten die Roboter den Anweisungen, die sie von einem Computer erhielten. Die Abkürzung CNC steht für „Computerized Numerical Control“, also für die Steuerung per PC. Der Öffentlichkeit wurde die Brücke im Rahmen der Dutch Design Week im Oktober 2018 vorgestellt. Nachdem notwendige Renovierungsarbeiten am finalen Standort beendet waren, wurde die Brücke schließlich dorthin transportiert. Um mögliche Fehler und Verschleißerscheinungen frühzeitig erkennen zu können, sind in die Konstruktion Sensoren eingebaut.

Nach historischem Vorbild

Die weltweit längste Brücke, die im 3D Verfahren entstanden ist, befindet sich in Shanghai. Im Bezirk Baoshan spannt sie sich in einer Länge von 26,3 Metern über einen Kanal. Ihre Form erinnert nicht zufällig an die Anji-Brücke in der chinesischen Stadt Zhao Xian – die älteste Brücke Chinas. Im Gegensatz zu ihrem historischen Vorbild kam bei der Brücke in Shanghai das moderne Fertigungsverfahren des dreidimensionalen Drucks zum Einsatz. Zwei Roboterarme stellten 176 Teile aus Beton her, wofür sie insgesamt 450 Stunden benötigten. Der finanzielle Aufwand für die Bauarbeiten lag nur bei etwa zwei Drittel der Kosten, die eine herkömmliche Brücke der gleichen Größe verursacht. Auch in die Konstruktion in Shanghai sind Sensoren eingelassen, die die Abnutzung kontrolliert.

Breite Auswahl an Verfahren

3D Druck Projekte, in dem Objekte in üblicher Größe hergestellt werden sollen, setzt die Firma 3D Hubs um. Ihr Portfolio enthält aber auch andere Fertigungsmethoden wie den Spritzguss und das CNC Fräsen, bei dem Frästeile aus einem Block aus Metall geschnitten werden. Die kompetenten Mitarbeiter des Dienstleisters schätzen binnen kurzer Zeit ein, welche Kosten auf den Auftraggeber zukommen.

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