Ausbau des Fernbus-Netzes auch auf der Strecke Berlin-Hamburg

Seit Anfang 2013 ist ihr Siegeszug kaum noch zu stoppen: Die Rede ist von den Fernbussen auf deutschen Autobahnen. Seitdem sich vor fast vier Jahren die Gesetze für Fernbusse liberalisiert haben, gründeten sich eine Vielzahl an Fernbus-Anbietern. Doch seitdem hat sich viel getan auf dem Markt: Nachdem die beiden Marktführer MeinFernbus und Flixbus im Januar 2015 fusionierten, haben sie viele kleinere Anbieter verdrängt und nun auch im August diesen Jahres eines der noch größeren Unternehmen, den Postbus, aufgekauft.

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Doch auch für MeinFernbus Flixbus steigt der Konkurrenzdruck stetig. Denn während die Nachfrage nach den günstigen Fahrten steigt, wächst auch die internationale Konkurrenz. Auch in anderen Ländern wurden die Fernbus-Gesetze gelockert, wie etwa im Nachbarland Frankreich vergangenes Jahr. So muss der deutsche Fernbus-Riese stetig wachsen und sich der Nachfrage anpassen, um mit internationalen Unternehmen wie Eurolines oder dem amerikanisch-britischen Unternehmen Megabus mithalten zu können.

In den letzten Jahren war daher vor allem eine Expandierung in die europäischen Nachbarländer zu beobachten. Fahrten von Deutschland nach Rom, Barcelona, Paris oder London wurden trotz der langen Fahrtzeiten immer beliebter, da sie nun in täglicher Frequenz und auch über Nacht angeboten wurden. Im Oktober hat MeinFernbus Flixbus nun bekannt gegeben, auch die Länder Dänemark, Schweden und Norwegen in sein Streckennetz integrieren zu wollen.

Doch auch auf innerdeutschen Strecken ist die Expansion zu beobachten. Gerade auf den beliebtesten deutschen Strecken, die früher vor allem durch die Bahn und ihren ICE bedient wurden, steigt das Bus-Angebot. Dies wirkt sich vor allem auf die Frequenz aus: So sollen ab nächstem Sommer, wie Firmenchef von MeinFernbus Flixbus André Schwämmlein im Oktober verlauten ließ, auf der besonders nachgefragten Strecke Berlin-Hamburg die Busse nicht mehr im 30-Minuten, sondern im 20-Minuten-Takt verkehren. Bereits jetzt fahren über 50 der grünen Busse pro Tag zwischen Hamburg und der Hauptstadt, doch das genüge nicht mehr den Anforderungen des Marktes. Somit erreichen die Fernbusse auf dieser Strecke S-Bahn Frequenz und machen die Fahrten so spontan und flexibel möglich, dass längst nicht nur der Bahn ihre Gäste streitig gemacht werden, sondern dass voraussichtlich auch mehr und mehr Autofahrer auf ihren eigenen Wagen verzichten werden.

 
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