Manchmal braucht es gar nicht viel für eine gelungene Auszeit: Ein verlängertes Wochenende, ein paar Tage Tapetenwechsel, und schon fühlt sich alles viel leichter an. Swinemünde auf der polnischen Seite von Usedom ist so ein Ort für den perfekten Kurztrip und bietet reichlich Abwechslung: Strand und Stadtleben, Natur und Kultur, Geschichte und Gastronomie.

In den letzten Jahren hat sich die Hafenstadt zu einem immer beliebteren Reiseziel entwickelt. Deshalb ist es gar kein Problem, ein Hotel in Swinemünde zu finden und sich ein paar Tage lang den Ostseewind um die Nase wehen zu lassen.
Drei Inseln, unzählige Möglichkeiten
Das Besondere an Swinemünde ist die Lage, denn die Stadt erstreckt sich über drei Inseln: Usedom, Wollin und Kaseburg, und jede hat ihren ganz eigenen Charakter. So findet man die Altstadt mit ihren hübschen Cafés und Restaurants, den breiten Sandstrand und das historische Kurviertel im Teil von Usedom. Wollin dagegen lockt mit einem imposanten Leuchtturm am östlichen Ufer der Swine und dem Nationalpark. Der letzte Teil von Swinemünde liegt derweil auf der Insel Kaseburg und ist vor allem für Besucher interessant, die Ruhe suchen und einfach einmal abschalten wollen.
Swinemündes Festungserbe: Geschichte zum Anfassen
Einst war Swinemünde eine stolze Festungsstadt, was man auch heute noch hautnah spüren kann. Drei massive Anlagen aus dem 19. Jahrhundert säumen die Swine-Mündung: Während das Westfort und die Engelsburg die Usedomer Seite bewachen, blickt Fort Gerhard von der Insel Wollin herüber.
Ein Besuch lohnt sich nicht nur, weil die Festungen ein Stück Stadtgeschichte erzählen, sondern vor allem wegen der Atmosphäre. Man kann durch dicke Mauern streifen, unterirdische Gänge erkunden und hat an verschiedenen Stellen einen tollen Ausblick auf die Ostsee. Wer eine Pause einlegen will, findet in der Engelsburg ein gemütliches Café und ein kleines Museum. Fort Gerhard ist vor allem für Familien ein Highlight, weil man dort im Rahmen einer spielerischen „Rekrutenausbildung“ in historischen Uniformen selbst mitmachen darf. Diese interaktive Mischung aus Abenteuer und historisch gekleideten Guides macht den Besuch gerade für Kinder viel lebendiger als der Besuch eines normalen Museums.
Schlemmen zwischen Hafenflair und polnischer Tradition
Als Fischliebhaber kommt man in Swinemünde natürlich voll auf seine Kosten. In den gemütlichen Restaurants direkt am Hafen bekommt man fangfrischen und geräucherten Fisch serviert, von herzhaftem Räucheraal über gebratenen Dorsch bis hin zu feinem Steinbutt – die Auswahl ist riesig. Aber auch die polnische Küche hat einiges zu bieten. Eine traditionelle Żurek, eine Roggenmehlsuppe mit Wurst und Ei, oder typische Pierogi mit verschiedenen Füllungen gehören zu den Klassikern. Übrigens kann man meist zu deutlich moderateren Preisen speisen als in Deutschland.
Naturerlebnis Nationalpark
Im Nationalpark Wollin trifft man auf einen beeindruckenden Kontrast zum flachen Sandstrand, denn die Steilküste ragt dort fast 100 Meter in die Höhe und fällt schroff zur Ostsee ab. Man kann das Gebiet auf verschiedenen Wanderwegen erkunden, die teilweise durch dichte Buchenwälder führen und immer wieder spektakuläre Ausblicke aufs Meer freigeben. Mit etwas Glück kann man dort auch Seeadler, Kraniche und andere seltene Vögel beobachten.
Entspannt ankommen
Seit der Eröffnung des Swinetunnels ist die Anreise deutlich komfortabler geworden, weil man die Insel nun direkt erreicht und nicht mehr auf die Fähre angewiesen ist. Das ist gerade bei Kurztrips ein großer Vorteil. Von Hamburg aus braucht man mit dem Auto über die A20 etwa drei bis dreieinhalb Stunden. Wer lieber entspannt mit der Bahn reist, kann regelmäßig die Usedomer Bäderbahn nutzen, die direkt nach Swinemünde fährt. Vor Ort ist man am besten zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs – viele Hotels bieten Leihräder sogar kostenlos an.
Wer also eine kleine Auszeit sucht, findet in der polnischen Ostsee-Perle das ideale Ziel für einen rundum gelungenen Wochenendtrip.

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