Was die Insolvenz von Thomas Cook für den Flugmarkt bedeuten kann

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Thomas Cook ist pleite. Diese Schlagzeile ging im September 2019 durch alle Medien, einfach weil es vielversprechend klingt und für Klicks sorgt. Wer sich jedoch auf den zweiten Blick fragt, wie ein Flugunternehmen wie Thomas Cook in der aktuellen Zeit der Billigflieger und Subventionen in andere Arten der Bewegung überhaupt noch so lange hat agieren können, der stellt die richtigen und wichtigen Fragen. Denn neben Ryanair, EasyJet und auch der Billigsparte von Lufthansa kann so mancher Unternehmen die Zahlen nicht mehr erreichen. Was das für den Standpunkt Hamburg als zentraler Flughafen Norddeutschlands zu bedeuten hat? Überraschend viel, wie wir festgesellt haben.

Hamburg Flughafen auf hochwertige Flüge ausgelegt

In Zeiten, in denen man für 15€ einmal quer durch Europa fliegen kann, scheint es fast schon absurd, sich für teures Geld einen besseren Flug zu leisten. Und dennoch scheint dies genau die Strategie zu sein, die der Flughafen Hamburg fährt. Denn anders als viele der Billigkonkurrenten wird in Hamburg ein wenig mehr darauf geachtet, Qualität statt Quantität anzubieten. Das merkt man direkt schon bei der Ankunft mit dem öffentlichen Nahverkehr. Hier gibt es gutes Essen, tolle Geschenkläden und auch immer mehr digitale wie virtuelle Unterhaltungsmöglichkeiten, um die Zeit vor dem Flug schneller rumzukriegen. Sei es in Spielhallen oder beim Live Casino. Hamburg ist halt nordisch und daher weniger auf Schnick-Schnack bezogen als beispielsweise die großen Flughäfen im Süden der Bundesrepublik. Allerdings hat dies zur Folge, dass man sich mit den besseren Fluglinien arrangieren muss. Und wenn dann eine solche wie im Fall von Thomas Cook plötzlich zahlungsunfähig wird, dann reißt das ein ziemliches Loch in das Wohlbefinden der Flughafenbetreiber.

Thomas Cook hinterlässt viel Staub

Der Verlust dieser Fluglinie bedeutet also, dass sich vor Allem jene Urlauber, die bereits vor Monaten und Wochen ihren Urlaub geplant und gebucht haben, nun auf viel Geduld einstellen müssen. So haben schon die ersten Touristen die Folgen gespürt, als die planmäßigen Flüge in Hamburg und Dortmund nicht haben stattfinden können. Zwar sollen dies Ausnahmen bleiben, wie eine Sprecherin des Unternehmens auf Nachfrage bestätigte, allerdings kann man aus Erfahrung sagen, dass Unternehmen in der Insolvenz häufig kein Interesse mehr daran haben, Kunden vor dem Zahlungsausfall zu retten. Schätzungsweise 600000 Tickets sind für die kommenden Monate mit Thomas Cook gebucht worden, aber was mit all denen geschieht ist heute noch unklar. Und auch für den Flughafen selber kommt nun eine schwierige Zeit.

Wohin mit den vielen Gates?

Denn Thomas Cook nahm eine große Fläche auf Flughafen in Anspruch. Einige Gates waren speziell auf den Anbieter abgestimmt, sodass jetzt viel Arbeit auf die Betreiber zukommt, was die Umgestaltung betrifft. Sich dabei auf sein Glück zu verlassen, dass der Reiseveranstalter nach der Insolvenz vielleicht auf andere Art zurückkommt, ist eher unwahrscheinlich. Und das eigene Glück sollte man sowieso eher beim Book of Ra online und anderen Spielen suchen.

Es lässt sich also zusammenfassen: der Flughafen Hamburg kann durchaus Probleme bekommen, wenn sich die Insolvenz von Thomas Cook nicht zum Positiven wendet. Allerdings lässt sich aus Erfahrung sagen, dass die meisten Flughäfen aus solchen Situationen immer noch glimpflich rausgekommen sind.

 
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