Klimaneutral wohnen: den Dschungel der CO2-Bilanzierung verständlich sortiert


Bild von Harry Strauss auf Pixabay
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Die Energiewende ist in vollem Gange. Um die Erderwärmung zu begrenzen, soll der CO2-Ausstoß so weit als möglich verringert werden. Einen elementaren Beitrag dazu fällt dem Wohnen zu – einem der Hauptenergieverbraucher überhaupt. Das erklärte Ziel ist, das Wohnen der Zukunft vollständig klimaneutral zu gestalten.

Was heißt klimaneutral?

Wenn es um Klimaneutralität geht, spielt vor allem Kohlestoffdioxid, kurz CO2, eine Rolle. Dieses klimaschädliche Gas wird vor allem bei Verbrennungsvorgängen, ganz allgemein aber auch bei einer Fülle anderer Prozesse freigesetzt. Klimaneutral bedeutet deshalb, dass Vorgänge kein zusätzliches CO2 freisetzen. Im Gegenzug bedeutet es allerdings nicht, dass überhaupt kein CO2 an die Umwelt abgegeben werden darf. In Summe müssen bei der CO2-Bilanz am Ende „nur“ Werte zu Buche schlagen, die keine zusätzliche Belastung bedeuten.

Klimaneutral bauen – der Einstieg in CO2-neutrales Wohnen

Wer klimaneutral wohnen möchte, der braucht zuallererst einmal ein klimaneutrales Haus. Denn letztlich bildet das Wohnhaus die Basis des eigentlichen Wohnens und darf bei der Gesamtbetrachtung nicht außen vor gelassen werden. Es stellt sich somit die Frage, wie man ein [Link: Klimaneutrales Haus] errichtet. Die große Herausforderung dabei ist, den Bauprozess so zu gestalten, dass vom Rohstoff bis zum fertigen Gebäude kein CO2 an die Umwelt abgegeben wird. Das ist technisch faktisch unmöglich. Deshalb führt der Weg hier immer über einen Ausgleich der CO2-Bilanz. Das bedeutet, das bei der Herstellung der Baustoffe und der Errichtung des Wohnhauses freigesetzte CO2 wird an anderer Stelle in mindestens gleicher Menge aus der Atmosphäre gebunden. Typische Projekte sind etwa Aufforstungsmaßnahmen, die aber letztlich in keiner realen Verbindung mit dem Bauvorhaben stehen und deshalb nur auf dem Papier CO2-neutrales Wohnen ermöglichen. Der bessere Weg ist der, den Baustoff selbst als Ausgleichsmaßnahme heran zu ziehen.

Holz – der Baustoff für klimaneutrales Wohnen

Der Baustoff, der das leisten kann, ist Holz. Zwar lässt sich auch Holz nicht ohne CO2-Ausstoß verarbeiten. Allerdings ist Holz der einzige Baustoff, der während seines Wachstums als Baum große Mengen des Treibhausgases aus der Atmosphäre aufnimmt und bindet. Die Menge ist sogar so groß, dass bei sparsamer Verarbeitung und regionaler Verwendung letztlich sogar beim fertigen Wohnhaus eine ausgeglichene oder sogar leicht positive Klimabilanz entsteht. Der Einstieg in klimaneutrales Wohnen führt deshalb nahezu unweigerlich über ein Holzhaus.

Ansätze für klimaneutrale Wohnformen – von E-Mobilität bis Selbstversorgung

Beim der späteren Nutzung, also dem Wohnen selbst, ist die Frage nach einer ausgeglichenen CO2-Bilanz dagegen weit weniger eindeutig zu beantworten. Zielführende Ansätze sind einerseits gut gedämmte Gebäude, so dass möglichst wenig Heizwärme benötigt wird. Auch die Abkehr von Feuerstätten zur Wärmeerzeugung spielt eine große Rolle, da jede Verbrennung unweigerlich CO2 freisetzt. Für eine echte Klimaneutralität braucht es aber mehr. Wo die Stromerzeugung über Photovoltaik und die Mobilität mittels Elektrofahrzeugen noch recht einfach entsprechend ausgerichtet werden kann, stoßen wir spätestens bei der Nahrungsversorgung an Grenzen. Hier existieren bereits Trends von der Selbstversorgung über den Bezug regionaler Produkte, um den CO2-Fußabdruck zu minimieren. Echte klimaneutrale Lösungen existieren heute aber noch nicht, so dass der letzte Schritt auf dem Weg zum klimaneutralen Wohnen stand heute leider noch Zukunftsmusik ist.

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