Kein Ende in Sicht: Hamburgs Immobilienmarkt boomt

Hamburg ist ein teures Pflaster. Das wird spätestens beim Blick auf die Immobilienpreise deutlich. Eigentum war in der Hansestadt noch nie günstig, aber in den letzten 15 Jahren haben sich die Preise mehr als verdoppelt. Während neue Eigentumswohnungen 2003 laut Statista rund 2.500 Euro pro Quadratmeter kosteten, sind es heute mehr als 5.000 Euro. Bei Bestandswohnungen ist die Preissteigerung noch rasanter: von knapp 2.000 Euro auf über 4.300 Euro.

Kein Ende in Sicht: Hamburgs Immobilienmarkt boomt

 
Damit kostet eine 80 Quadratmeter große Wohnung in Hamburg aktuell zwischen 344.000 und 408.000 Euro. Das sind natürlich nur Durchschnittswerte. Wer in Harvestehude Immobilien erwerben will, zahlt derzeit für eine bestehende Eigentumswohnung rund 8.500 Euro pro Quadratmeter, während es in Bergedorf beispielsweise "nur" knapp 3.000 Euro sind. Beliebte Stadtviertel wie Blankenese oder Ottensen liegen um 5.000 Euro. Neubau kostet etwa 1.000 Euro pro Quadratmeter mehr.

800.000 Euro für ein Haus mit Grundstück

Doch wie sieht es mit Einfamilienhäusern aus? Hier haben sich die Preise für Altbestand und Neubau angeglichen und liegen bei fast 4.000 Euro pro Quadratmeter. Auch das ist nahezu eine Verdopplung gegenüber 2003. Hinzu kommen hier jedoch etwa 660 Euro für einen Quadratmeter Baugrundstück.

Wer also ein Haus mit 120 qm auf einem 500 qm Grundstück bauen möchte, muss rund 800.000 Euro auf den Tisch legen. Laut Kredite.org müsste man bei 80 Prozent Beleihung (also mit 160.000 Euro Eigenkapital) und 1,75 Prozent Sollzins 20 Jahre lang jeden Monat 4.000 Euro in die Tilgung des Immobilienkredits stecken, bevor das Haus abbezahlt ist.

Trotz dieser immensen Kosten wurden 2017 in Hamburg rund 3.000 Kaufverträge unterschrieben. Kein Wunder, denn der Mangel an alternativen Anlagemöglichkeiten mit attraktiver Rendite treibt die Menschen zum Immobilienkauf. PwC und das Urban Land Institute sehen Hamburg in den Top 5 der europäischen Städte mit den besten Ertragsperspektiven bei Wohneigentum.

Aber das muss man sich erstmal leisten können und auf dem Hamburger Mietwohnungsmarkt sieht die Entwicklung aus Mietersicht nicht besser aus. Kostete der Quadratmeter 2009 noch unter 9 Euro, sind es heute durchschnittlich mehr als 12 Euro. In guten Lagen zahlt man für eine gut ausgestattete Wohnung allerdings mindestens 15 Euro, die Höchstmieten liegen sogar bei 26 Euro pro Quadratmeter. Die Kaltmiete für eine 3- bis 4-Zimmer-Wohnung beträgt demnach im Mittel etwas über 1.000 Euro.

Es geht noch teurer

All dies führt dazu, dass die durchschnittliche Wohnungsgröße in Hamburg bei nur 67,9 qm liegt und damit so niedrig wie in keinem anderen Bundesland. Zum Vergleich: Im Saarland sind es 30 qm mehr. Wer nun meint, in Hamburg ist Wohnen am teuersten, der irrt. Schlimmer geht immer. Ausgehend von einem deutschlandweiten Gesamtindex von 100 befindet sich die norddeutsche Metropole mit einem Index von 125 nicht mal in den Top 10. Angeführt wird die Liste von München (150), Stuttgart (148) und Leinfelden-Echterdingen (148). Mit Tübingen, Germering und Dachau folgen weitere Teile im Süden des Landes.

Bauen statt Mieten scheint für viele Menschen inzwischen die bessere Option, aber ein entsprechendes Einkommen braucht es in vielen Städten Deutschlands für beide Varianten. Profiteure sind Immobilienspekulanten, aber auch der Speckgürtel deutscher Großstädte, denn hier gibt es oft noch günstiges Bauland und bezahlbare Wohnungen.

Fotocredit: Mathias Liebing / flickr

 

 
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