
Zwei von 100 Menschen in Deutschland sind laut der Bundesärztekammer von der chronischen Schmerzkrankheit Fibromyalgie betroffen. Unter ihnen ist auch die Hamburger Comedienne Nicole Jäger. Bereits seit über 25 Jahren kämpft die Künstlerin gegen den Dauerschmerz. Um mit ihm den Alltag bewältigen zu können, nimmt sie an einer Schmerztherapie teil.
Neben einer Therapie, die gezielt die dauerhafte Schmerzproblematik behandeln soll, gibt es noch weitere Tipps, die das Leben trotz einer bestehenden Fibromyalgie-Erkrankung erleichtern können.
Schmerzen ohne erkennbare Ursache
„Ein guter Tag ist, wenn ich morgens aufstehen kann, ohne zu doll zu humpeln“, erklärte Nicole Jäger im September 2025 der Zeitschrift Brigitte. Die bekannte Comedienne gehört zu den rund 1,5 Millionen Erwachsenen in Deutschland, bei denen das sogenannte Fibromyalgie-Syndrom diagnostiziert wurde.
Ein leichter Weg war das nicht, denn der Faser-Muskel-Schmerz äußert sich durch unspezifische Symptome. So zählen steife Finger, pochende Schmerzen in Armen und Beinen sowie Abgeschlagenheit zu den möglichen Folgen der Erkrankung. Sogar Magen-Darm-Beschwerden können mit der Fibromyalgie in Zusammenhang stehen.
Da solche Symptome bei vielen Krankheiten auftreten können und sich der Faser-Muskel-Schmerz nicht anhand von Laborwerten nachweisen lässt, sind Diagnosen schwierig. Bei Ärzten treffen Betroffene daher oftmals auf Ratlosigkeit und Unverständnis. Nicht selten wird hinter ihrem Dauerschmerz eine psychosomatische Ursache vermutet.
Wer unter Fibromyalgie leidet, bekommt daher oft nur den Rat, Schmerzmittel einzunehmen oder – wie im Fall von Nicole Jäger – Gewicht zu verlieren. Einige FMS-Patienten greifen auch auf Mittel wie CBD-Kapseln oder THC-Brownies zurück, um den Schmerz zumindest zeitweise zu betäuben.
Bewegung, Bewegung und noch mehr Bewegung
Neben Schmerz- und Betäubungsmitteln gibt es noch andere Möglichkeiten, um den durch die Fibromyalgie hervorgerufenen Dauerschmerz abzuschwächen. Als besonders hilfreich empfinden viele Betroffene regelmäßige Bewegung. Sie soll die schmerzenden Nerven stimulieren und die aufgrund der körperlichen Symptome verkrampften Muskeln lockern.
Da bei einem Fibromyalgie-Syndrom jedoch insbesondere nach langer Ruhezeit jede Bewegung erneut eine körperliche Pein verursachen kann, kann ein Teufelskreis entstehen. FMS-Patienten scheuen aufgrund der Schmerzen davor zurück, sich sportlich zu betätigen. Je länger sie inaktiv bleiben, desto mehr verschlimmert sich allerdings der Dauerschmerz.
Abhilfe können maßvolle Bewegungseinheiten schaffen, die den Körper nicht überfordern. Langsame Spaziergänge, Yoga und Schwimmen werden empfohlen, um die Fibromyalgie-Schmerzen zu lindern. Ebenso eignen sich für FMS-Patienten leichte Dehnübungen und ein regelmäßiges Krafttraining – etwa mit Gewichten oder nur mit dem eigenen Körpergewicht.
Wärme
Die Deutsche Fibromyalgie-Vereinigung empfiehlt für die Schmerzbehandlung zudem Tiefenwärme – etwa durch die Nutzung einer Infrarot-Kabine. Bereits seit 1981 ist diese in Deutschland für den allgemeinen Gebrauch freigegeben.
Durch die tief in den Körper eindringende Wärme können die Muskulatur gelockert und die Durchblutung gefördert werden. Dadurch wiederum besteht die Chance, viele der körperlichen Fibromyalgie-Beschwerden zumindest temporär zu lindern.
Wem keine Infrarot-Kabine zur Verfügung steht, der kann versuchen, den Dauerschmerz mit klassischen Wärmeanwendungen zu verringern. So kann ein entspannendes Schaumbad dabei helfen, eine akute Schmerzattacke in ihrer Intensität zu dämpfen. Auch Heizdecken oder -kissen, aufgelegt auf die schmerzenden Körperstellen, werden von vielen Betroffenen als angenehm empfunden.
Entspannung und Verständnis
Neben den wärmenden Effekten zählt (emotionale) Entspannung zu den wichtigsten Hilfsmitteln gegen das Fibromyalgie-Syndrom. Schließlich belegen Studien, dass psychischer Stress körperliche Schmerzen verschlimmern kann.
Im Fall einer chronischen Schmerzerkrankung kann sich daraus ein weiterer Teufelskreis entwickeln. Denn oft fühlen sich Betroffene alleingelassen und unverstanden. Da etwa Fibromyalgie meist keine sichtbaren Symptome mit sich bringt, werden sie von Ärzten und Mitmenschen teils als Simulanten bezeichnet. Das erzeugt zusätzlichen Stress, der wiederum die Schmerzattacken verstärken kann.
Wichtig ist bei einer Fibromyalgie daher, ein verständnisvolles Umfeld zu finden. Neben Familie und Freunden bieten sich dafür etwa Selbsthilfegruppen an. Hier treffen Gleichgesinnte aufeinander. Besonders diese Möglichkeit des Austauschs kann emotional entlastend wirken.

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