CO-Alarm: Wie gefährlich sind Hamburgs Shisha-Bars?

Die Shisha erlebt aktuell vor allem unter Jugendlichen sowie jungen Erwachsenen einen regelrechten Boom. Dadurch entstehen in Rekordzeit neue Shisha-Bars und -Cafés – und zwar längst nicht nur in Hamburg. Zudem besitzen auch immer mehr Jugendliche eine eigene Shisha, die sie legal im Internet kaufen. Jedoch häufen sich in diesem Zuge auch die Schlagzeilen über Kohlenmonoxid-Vergiftungen. Wie gefährlich ist der Trend also wirklich?

Shisha Bars in Hamburg

Jedes Jahr erleiden in Deutschland rund 5.000 Menschen eine Kohlenmonoxid-Vergiftung – aus den verschiedensten Gründen. Schuld daran können beispielsweise defekte Öfen, laufende Benzinmotoren in geschlossenen Räumen oder Pellets in Holzheizungen sein. Jeder zehnte Fall endet tödlich, denn der „stille Mörder“ mit der Abkürzung CO ist geruch- und lautlos. Das Kohlenmonoxid macht sich daher erst bemerkbar, wenn es unter Umständen bereits zu spät ist. Das Problem an der Sache ist: Das Kohlenmonoxid bindet sich an den Blutfarbstoff Hämoglobin und verhindert dadurch schleichend die Sauerstoffaufnahme des Körpers. Somit entsteht nach und nach ein Sauerstoffmangel, welcher sich beispielsweise durch Kopfschmerzen, Übelkeit oder Benommenheit bemerkbar machen kann. Im weiteren Vergiftungsverlauf entstehen Apathie, Halluzinationen und Krampfanfälle bis hin zur Atemnot. Wird die CO-Vergiftung nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, endet sie in den meisten Fällen tödlich. 

Kohlenmonoxid wirkt rasend schnell

Es gibt aber noch ein zweites Problem an der Sache: Kohlenmonoxid braucht nur wenige Minuten, um von ersten Symptomen bis zur Ohnmacht zu führen und anschließend zum Tod. Wenn die Betroffenen also erstmalig eine Benommenheit oder Kopfschmerzen wahrnehmen, ist es schon beinahe zu spät. Erst recht, zumal diese Symptome oft zu Beginn nicht ernstgenommen werden, sprich die Menschen entfernen sich nicht rechtzeitig aus der Gefahrensituation – so lange, bis sie es aus eigener Kraft nicht mehr können. Glücklicherweise gibt es simple Möglichkeiten, einer solchen Vergiftung entgegenzuwirken: Einerseits reicht es bereits aus, durch offene Fenster und Türen den Austausch der Luft in geschlossenen Räumen zu ermöglichen, sodass das CO nach außen entweichen und Sauerstoff ins Innere dringen kann. Andererseits gibt es spezielle Warnmelder, welche bei zu hoher CO-Konzentration anschlagen. Genau über solche Lösungsmöglichkeiten wird in Hamburg nun für Shisha-Bars beraten. 

CO-Alarm in Shisha-Bars ist kein Einzelfall

Grund dafür ist das vermehrte Auftreten zu hoher Kohlenmonoxid-Konzentrationen in verschiedenen Shisha-Bars und -Cafés in Hamburg. Jedes Jahr kommt es deutschlandweit zu dutzenden bis hunderten Fällen von Kohlenmonoxid-Vergiftungen nach dem Aufenthalt in einer solchen Bar, in welcher Wasserpfeifen konsumiert werden. Tödlich geendet hat bislang zum Glück noch keiner. Damit dies auch in Zukunft nicht passiert, gibt es zumindest in Hamburg mittlerweile regelmäßige Razzien in entsprechenden Einrichtungen. Die Ursache ist, dass die bei der Shisha eingesetzte Holzkohle nur unvollständig verbrennt und somit das hochgiftige Gas freisetzt. Die CDU fordert deshalb jetzt eine ständige Kontrolle der Raumluft in Bars, Cafés & Co, wo Wasserpfeifen geraucht werden. Zudem bedarf es in solchen Gaststätten einer expliziten Prävention von Kohlenmonoxid-Vergiftungen durch Maßnahmen wie eine moderne Entlüftungsanlage oder geeignete Behältnisse für die verbrennende Kohle. Dann können die Shisha-Fans auch weiter unbesorgt ihrem Hobby nachgehen und sich in Bars oder Cafés mit Wasserpfeifen-Angebot aufhalten. 

Kohlenmonoxid kann auch im eigenen Zuhause zur Gefahr werden

Jedoch besitzen auch immer mehr Jugendliche eine eigene Shisha, vor allem im Alter zwischen zwölf und 17 Jahren – wenn sie also noch keinen Zutritt zu Shisha-Bars & Co haben. Sie kaufen die Wasserpfeife legal im Internet und verwenden diese anschließend in den eigenen vier Wänden, sei es mit herkömmlichem Tabak, der eigentlich erst ab 18 Jahren freigegeben ist, oder der legalen Alternative mit Shiazo Steinen. Solange die Hamburger Bars noch mit überhöhten Kohlenmonoxid-Werten zu kämpfen haben, mag das Rauchen im eigenen Zuhause für alle Altersgruppen die sicherere Alternative sein. Sie können so zudem die Hygiene des Mundstücks sicherstellen und sich den Tabak selbst aussuchen – sprich dessen Qualität überprüfen. Dennoch bedeutet das nicht, dass CO nicht auch in den eigenen vier Wänden zur Gefahr werden kann. Vor allem in geschlossenen sowie kleinen Räumen sowie bei steigender Anzahl und Dauer der Shisha-Nutzung, können auch hier gefährliche Gase entstehen. Glücklicherweise ist es denkbar einfach, solche Vergiftungen zu verhindern: Einerseits sollte stets mindestens ein Fenster vollständig geöffnet bleiben. Noch besser ist es, zwei gegenüberliegende Fenster zu öffnen, sodass ein Durchzug entsteht und das CO schnellstmöglich aus dem Raum befördert wird. Andererseits können auch hier entsprechend Warnmelder zum Einsatz kommen, welche für wenig Geld im Baumarkt erhältlich sind. 

Bei ersten Symptomen schnell handeln

Zuletzt sollte auch schlichtweg das Bewusstsein um die Problematik der Kohlenmonoxid-Vergiftung durch die Shisha steigen – und für deren Symptome. So können die Betroffenen im Fall der Fälle richtig reagieren und sich bei Symptomen wie Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit & Co sofort aus dem Raum entfernen. Wer diese Tipps beachtet, muss sich bei einem „normalen“ Gebrauch der Shisha keine Sorgen um eine CO-Vergiftung machen. Sollte die CDU ihre Pläne umsetzen, gehören solche Gefahren hoffentlich auch in den Hamburger Shisha-Bars bald der Vergangenheit an. Wie bereits erwähnt, gab es bislang aber keine Todesfälle. Die Vergiftungen haben sich stattdessen eher in einem geringen Ausmaß wie Kopfschmerzen oder Übelkeit bewegt. Dennoch ist es wichtig, jetzt zu handeln und richtig mit dem Kohlenmonoxid umzugehen – damit das auch in Zukunft so bleibt und den Shisha-Fans der Spaß an ihrem Hobby nicht verloren geht. 

Bildquelle: Pixabay / athree23

 
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