Verbraucher immer offener für mobile Bezahldienste

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Immer mehr Konsumenten verzichten auf eine Kreditkarte in der Geldbörse und bezahlen mit dem Handy - weil es bequemer ist. (Bildquelle: stevepb @ pixabay.com)


Vor wenigen Tagen ließ Facebook damit aufhorchen, eine eigene Kryptowährung namens Libra einführen zu wollen. Damit sollen Nutzer auf den Plattformen des Unternehmens bezahlen können - ganz ohne Kreditkarte oder andere gängige Zahlungsmittel. Ob Whatsapp oder Instagram - alles soll schnell und unkompliziert gekauft werden können.

Anders als Kryptowährungen wie Bitcoin soll Libra allerdings an Währungen wie den US-Dollar oder den Euro gekoppelt und damit Schwankungen weniger stark unterworfen sein. Wann damit gestartet wird, ist noch unklar. Fakt ist: Kunden nutzen immer öfter mobile Bezahlsysteme wie Apple Pay oder Wirecard und sind offen für neue Ansätze. Es wäre also nicht verwunderlich, wenn Facebook mit seinem Vorhaben Erfolg hätte.

Vorreiter des einfachen Bezahlens war sicherlich Paypal. Keine Online-Überweisung beim Shoppen im Internet und keine Eingabe von Kreditkartendaten beim Buchen einer Reise und kein langes Warten auf Auszahlungen bei Online Casinos. Daher sollte man vor allem bei Online Casinos vorher immer checken, welche Zahlungsoptionen angeboten werden. Per Kreditkarte oder Banküberweisung kann die Auszahlung mehrere Tage dauern, per Paypal geht es sofort.

Selbst Schulden an Freunde lassen sich mit Paypal schnell begleichen. Nur vor Ort im Geschäft musste lange Zeit die EC- oder Kreditkarte gezückt werden, wenn nicht genügend Bargeld im Portemonnaie war.

Deutschland hat Nachholbedarf

In den USA werden Mobile Payment Dienste bereits von mehr als 60 Millionen Verbrauchern genutzt. In Deutschland waren es 2018 gerade mal 2,2 Millionen. Das liegt unter anderem daran, dass die Infrastruktur nur schleppend bereitgestellt wird. Dazu gehört, dass Banken sich einem entsprechenden Dienstleister anschließen oder ein eigenes System anbieten, mit dem die Kunden kontaktlos per Smartphone zahlen können - allerdings nur in Geschäften, die das auch ermöglichen.

Technische Basis für das mobile Bezahlen ist die Datenübertragung per NFC (Near Field Communication) oder QR-Code, wobei sich NFC durchgesetzt hat. Das NFC-System wird in den Endgeräten implementiert - also im Handy und in einem Terminal. Nähern sich beide Geräte auf kurze Distanz, findet ein Datenaustausch statt. An der Supermarktkasse wird dann einfach die Bezahl-App und mit dem Smartphone bezahlt.

In der Theorie ist die Benutzung also ganz einfach. Im Falle von Google Pay lässt sich die App mit einer Kreditkarte, Paypal oder einem Google Play-Guthaben verknüpfen. Ist das geschehen, kann anschließend in allen Läden mit dem Smartphone und der App gezahlt werden, wo kontaktlose Zahlungen von Mastercard akzeptiert werden.

Nicht mal eine Kreditkarte notwendig

Weil für die Nutzung von Paypal keine Kreditkarte notwendig ist, sondern ein Bankkonto reicht, hat Google Pay einen entscheidenden Vorteil gegenüber vielen mobilen Bezahldiensten der Banken selbst. Die Deutsche Bank beispielsweise setzt für seine Bezahl-App eine hauseigene Kreditkarte voraus. Die jedoch kostet eine jährliche Gebühr.

Anders sieht es bei Apple Pay aus - hier reicht ein Konto bei der Deutschen Bank. Bei der Registrierung erhält der Kunde von der Bank eine virtuelle Mastercard Debitkarte, die dauerhaft kostenlos ist. Andere Banken machen es weniger kompliziert, aber dennoch: Es tut sich was.

Weitere mobile Bezahldienste sind beispielsweise WeChat Pay und Microsoft Wallet. WeChat Pay ist das System des chinesischen Messengers WeChat und wird aktiv von 600 Millionen Verbrauchern genutzt, also etwa 40 Prozent der Bevölkerung. Von diesen Dimensionen sind wir in Deutschland noch weit entfernt.

 
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