Pferdesportarten in Hamburg


“Es gibt keinen perfekten Reiter. Nur ein perfektes Team.” Die Beziehung zwischen Reiter und Pferd ist etwas ganz besonderes. Wenn man erst einmal das Vertrauen eines der schönen Tiere gewonnen hat, kann man sein Können im Reitsport unter Beweis stellen. Neben zahllosen Touristik- und Freizeit-Reitern, ist laut dem Landesverband für Reitsport auch die Hansestadt mit 5,418 eingetragenen Mitgliedern ganz vorne mit dabei. Welcher Pferdesport in Hamburg überhaupt möglich ist und welche spannenden Turniere angeboten werden, erfährt man in diesem Text.

Mit dem Pferd in die Natur – Ausreiten in Hamburg

Der Pferdesport wird unterschieden zwischen dem Breitensport und dem Leistungssport. Beim Breitensport geht es darum sein Pferd fit zu halten und die Bindung zu stärken. Die Lösung: Ein schöner Ausritt unter freien Himmel. Und genau dafür ist Hamburg mit seinen vielen Anlagen von Reitbetrieben und Reitwegen in der Natur perfekt geeignet. Hier eine kleine Auswahl der beliebtesten Routen in Hamburg: 

Pferdesport in Hamburg und Umgebung

  • Fischbeker Heide: Das wunderschöne Heidegebiet im Süden ist mit 773 Hektar eines der größten Naturschutzgebiete Hamburgs. Große, weite Flächen und vereinzelte Waldgebiete sind mit gut erhaltenen Reitwege durchzogen. Dank der Besenheide ist die Landschaft im Spätsommer mit zauberhaften, lilafarbenen Blüten bedeckt, was ein einzigartiger Anblick ist.
  • Duvenstedter Brook: Das zweitgrößte Naturschutzgebiet im Nordosten Hamburgs bietet mit seinen weiten Moos- und Waldflächen einen atemberaubenden Eindruck. Hier kann man ein echtes Abenteuer mit seinem Pferd erleben. Denn mit ca. 400 Pflanzenarten und den verschiedensten Tieren wie z.B. dem Reiher, Rothirsch und kleinen Laubfrosch hat die Flora und Fauna viel zu bieten.
  • Sachsenwald: Im Osten von Hamburg erstreckt sich das größte zusammenhängende Waldgebiet Norddeutschlands. Die Landschaft ist geprägt von Buchen, Eichen, Fichten und Kiefern und vielen Flüssen wie die Bille und ihren Nebenflüssen. Zwar gibt es ausgeschilderte Reitwege, jedoch ist es ratsam eine Reitkarte mitzunehmen, um sich nicht zu verlaufen. 

Dank der landschaftlich geprägten Gebiete an den äußeren Stadtteilen, gibt es für viele Pferdeliebhaber auch die Möglichkeit ihr Pferd innerhalb der Stadtgrenzen zu halten. 

Reiten als Leistungssport

Ganz anders sieht es beim Leistungssport aus. Hier bilden Pferd und Reiter eine Einheit, um in Wettkämpfen unglaubliche Leistungen zu erbringen. Auf diese kann man übrigens auch wetten (s. Regeln für Pferdewetten). In Hamburg gilt der Pferdesport schon seit dem 19. Jahrhundert als Leistungssport. Aber welche Verbindung hat die Hansestadt zum Leistungssport und welche Sportarten gibt es?

  • Trabrennsport: Durch die Bahrenfelder Rennbahn ist der Sport in Hamburg bekannt und beliebt geworden. Bei diesem Rennen ziehen die Pferde ihren Jockey in einem zweirädrigen Gefährt, dem sogenannten Sulky. Der Klu: Es darf nur getrabt werden, also sich in der mittelschnellen Gangart fortbewegt werden, was ein spannendes Schauspiel bietet.
  • Galopprennsport: Hier geben die Pferde einfach alles, um durch ihre Geschwindigkeit punkten. Der Galopp ist die schnellste Gangart des Pferdes und bietet ein dementsprechend nervenaufreibendes Spektakel. Einer der erfolgreichsten deutschen Jockeys kommt sogar aus Hamburg. Hein Bollow erlangte in seiner aktiven Zeit sage und schreibe 1033 Siege.
  • Dressurreiten: Auf minimale Signale des Reiters, zeigt das Pferd was es alles auf dem Kasten hat, indem es verschiedene Lektionen fehlerfrei ausführt. Dabei wird auch darauf geachtet, dass Pferd und Reiter eine Einheit bilden. In Hamburg findet das weltweit bekannte Deutsche Spring- und Dressur-Derby statt – was unter Fachleuten zu den schwierigsten Derbys gehören soll.
  • Polo: Beim Polo spielen zwei Mannschaften mit je vier Spielern gegeneinander an. Ziel des Spieles ist es mit einem langen Holzschläger einen Ball durch das gegnerische Tor zu schlagen. Jeder Spieler besitzt dabei eine feste Aufgabe und wechselt im Verlauf des Spielers öfters das Pferd. Schon seit 1898 wird in Klein Flottbek Polo gespielt und erfreut sich bis heute großer Beliebtheit.
  • Springreiten: Pferd und Reiter müssen durch Springen verschieden große Hindernisse überwinden. Es wird nicht nur auf ein fehlerloses Überspringen geachtet, sondern auch auf die Geschwindigkeit. Wird die Zeit überschritten gibt es nämlich Fehlerpunkte. 
  • Voltigieren: Hier werden eindrucksvolle, akrobatische Kunststücke auf einem sich im Kreis bewegenden Pferd ausgeübt – Spannung pur! In Hamburg ist das Voltigieren bereits in vielen Vereinen Bestandteil des pferdesportlichen Angebot und für viele Kinder der Einstieg in den Pferdesport. 

Fesselnde Pferde-Wettkämpfe in Hamburg 

Kraft, Schönheit und Geschicklichkeit – dies macht die Faszination eines Pferde-Wettkampfs aus. Und nicht selten lassen dabei auch prickelnde Wetten die Herzen höher schlagen. Sei es das packende Trabrennen, das deutsche Galopp-Derby oder das große Spring- und Dressur Derby – Hamburg hat so einiges zu bieten. Aber wo genau finden die Rennen und Turniere statt und was ist daran besonders? 

  • Das Trabrennen in Bahrenfeld: Bereits über 130 Jahre ist diese Trabrennbahn der Veranstaltungsort für Pferderennen. Dabei treten Pferd und Reiter fast jede Woche in einem nervenaufreibenden Rennen gegeneinander an. Das Beste: Der Eintritt ist kostenlos. Somit ist die Veranstaltung für jedermann zugänglich. Die lange Bahn misst ganze 1040 Meter, ist eines der modernsten Geläufe Europas und eignet sich dadurch auch ideal für internationale Meisterschaften. Das aufregende Rennen ist ein Spaß für die ganze Familie.
  • Das deutsche Galopp-Derby in Horn: Es ist bis heute eines der bedeutsamsten Ereignisse des Pferdesports weltweit. Im Rahmen des Derby-Meetings findet seit 1898 jedes Jahr das Deutsche Derbe auf der Galopp-Rennbahn statt. Dabei darf ein Pferd nur ein einziges Mal in seinem Leben am Rennen gegen 12 weitere Pferde teilnehmen. Dieses Rennen lässt einem vor lauter Spannung und Überraschungen den Atem anhalten.
  • Das Deutsche Spring- und Dressur-Derby in Klein Flottbek: Es ist eines der ältesten und schwierigsten Derbys weltweit und besitzt inzwischen Kultstatus. Über 90.000 Zuschauer fiebern mit, wie die Teilnehmer gegeneinander antreten, um das berüchtigte Blaue Band zu gewinnen. Die Sportler müssen sich in einem Parkour von ganzen 1,250 Metern schwierigen Herausforderungen stellen. Wie beispielsweise dem 3,50 Meter hohen Wall, auch “Große Wall” genannt oder einem zwei Meter breiten Wassergraben namens “Pulvermanns Grab”. Ein fesselndes Ereignis bis zum Schluss. 

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