Vom Fransenkleid bis zur Röhrenjeans: Zeitreise durch die Modewelt und ihre Comebacks!

© pixabay Victoria_Borobinova

 
Mode ist immer ein Spiegel der Gesellschaft. Auf einer modischen Zeitreise durch die Jahrzehnte des letzten Jahrhunderts wird deutlich, wie die Menschen mit ihrem optischen Auftreten auf die Ereignisse ihrer Zeit reagierten. Die Mode veränderte sich und einige dieser Trends kommen einem nicht selten bekannt vor. Einige sind auch heute wieder en vogue und werden von der Frau von Welt in Hamburg getragen.


Aus Filmen wie „The Great Gatsby“ müssten viele die typische Mode der 20er Jahre vor Augen haben: Geradlinige Fransenkleider, elegante Handschuhe, schmuckvolle Stirnbänder mit langen Federn sowie lange Perlenketten. Die Federboa durfte natürlich auch nicht fehlen. Kurzum: Die 20er Jahre sollten nach den kargen Kriegsjahren extravagant und schick sein, man wollte leben – der modische Ausdruck des puren Hedonismus. Ähnliches geschah nach dem zweiten Weltkrieg: Die 50er Jahre brachten neue Lebenslust in die Modeszene. Die Modeikone Christian Dior entwarf den berühmten Bleistiftrock sowie einen Blazer mit Schößchen und Revers. Figurbetonte Taillen lagen im Trend und amerikanisches Flair weht mit Petticoats und Rock’n Roll durch die nächtlichen Bars der Hamburger Altstadt. Bereits einige Jahre später war der wirtschaftliche Aufschwung deutlich spürbar: Frauen durften sich wieder zurücklehnen, Femininität und Individualismus standen nun auf dem Programm. Das zeigte sich auch in der Mode, denn das neue Schönheitsideal prägte viele Damen der Zeit. Die Ikone Audrey Hepburn verkörperte in ihrer Rolle der Holly Golightly aus „Frühstück bei Tiffany“ diese Ideale. Antoupierte Hochsteckfrisuren oder ein wehendes Seidentuch im Fahrtwind des Cabriolets, wie man es von Grace Kelly kannte, waren zu dieser Zeit gang und gäbe.

Der Bruch der Stile: Veränderungen seit den 60ern

In den 60ern wurden dank des Supermodels Twiggy Miniröcke stark. Hängerchen-Kleider waren aus den Kleiderschränken der 60er Jahren nicht mehr wegzudenken. Nach dieser Zeit wurde es bunt: Die 70er Jahre stellten mit der aufkommenden Flower-Power-Bewegung alles bisher Dagewesene in den Schatten. Unverwechselbar waren die Looks dieser Zeit mit weiten Schlaghosen, gehäkelten Tops (natürlich selbstgemacht) und bunten Blümchenmustern auf langen Tuniken und Kleidern. Auch das Jahrzehnt danach sollte vielen noch gut in Erinnerung geblieben sein: In den 80ern wurde es mit gepolsterten Schultern pompös! Wer dachte, diese Trends seien längst passé, der irrt. Die 80er feiern aktuell ihr Comeback und füllen in einer modischen Neuauflage die Regale der Kaufhäuser. Deshalb ist es nicht verwunderlich, wenn Schuhe ohne Plateau-Sohlen zur Mangelware verkommen. Ebenso dürfen sich Kinder der 90er freuen, denn diese sind so angesagt, als hätte man geradewegs eine Zeitreise ins letzte Jahrhundert vollführt: Klobige Sportschuhe, zerrissene Jeans, überweite Kapuzenpullis und schrille Neonfarben mit harten Schwarz-Weiß-Kontrasten dürfen sich jetzt wieder sehen lassen! Die Zeit der optischen Rebellion und Tabubrüche ist zurückgekehrt.

Neue Rebellion mit alten Mode-Geschützen: Die 90er sind zurück!

Der Rückgriff auf die Elemente der 90er-Mode hat mehrere Gründe. Die Jugend möchte plakativ sein und sich bewusst in Szene setzen, vor allem auf den sozialen Netzwerken. Auch das gestiegene Umweltbewusstsein lässt junge Menschen alte Kleidungsstücke wiederverwerten und führt sie in die Second-Hand-Läden, um Textilien länger im Gebrauchszyklus zu halten. Die junge Generation hat ein anderes politisches Bewusstsein, was sich im Kleidungsstil widerspiegelt. Wer auf der Welle dieser Trends mitschwimmen möchte, sollte den Look der 90er nicht originalgetreu kopieren, sondern die beliebte Skinny-Jeans weitertragen und mit einem überweiten Pulli kombinieren. Das umgekehrte Prinzip funktioniert natürlich auch!

Hamburger Style: Wie man sich kleidet, so lebt man

Wer mit diesem Modestatement durchs den Florapark oder das Karoviertel tigert, wird garantiert auf Gleichgesinnte treffen. Denn dieses Viertel ist geprägt von Vintage- und Retroläden. Der Second-Hand-Laden „Hot Dogs“ bietet seit 1996 Retro-Pieces der 70er und 80er an. Auch in der Floschanze tummelt sich ein ganz besonderer Schlag Mensch und bummelt genüsslich über die Trödelmärkte auf der Schnäppchenjagd nach Antiquitäten. Im Viertel der Sternschanze wird es bunt! Der Stadtteil im Bezirk von Altona hat sich auch heute noch viel von seiner rauen, links-alternativen Unangepasstheit bewahrt. Zum Ausgehen lockt das Schanzenviertel mit seiner Vielzahl an Bars und Restaurants. Viele Lokale sind noch mit viel Liebe zum Detail eingerichtet: Eine Zeitreise ins Ambiente der 70er Jahre erwartet die Vergnügungsfreudigen in der „Daniela Bar“ mit noch echten Schallplatten auf den Turntables. Ein Kicker im „Goldfischglas“ lässt sich prima dafür nutzen, die alten Fähigkeiten wieder aufleben zu lassen. Auf der Reeperbahn wird getanzt: Highheels und kurze Röcke ohne Unterwäsche sind zu erwarten. Vor allem die Hamburger Jugend liebt es, auf dem Kiez zu tanzen. Bauchfrei ist in, wenn aus dem Discoabend keine Saunanacht werden soll. Aber natürlich hat die Reeperbahn auch noch ihre ruhige Seite mit all den Theatern und dem Hans-Albers-Platz. Hier geht es gediegener im Abendkleid zu. Wer es besonders schick möchte und sich gerne in Schale wirft, ist mit einem Besuch in der Elbphilharmonie gut bedient. Auch ein Abstecher in die edlen Rooftop-Bars mit Blick über die Elbe und den Hafen fordert einen eleganten Dresscode.

 
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