NEW 4.0 – Grüner Strom in Hamburg und Schleswig-Holstein


Die „Norddeutsche Energiewende“ (NEW 4.0) ist ein gemeinsames Projekt von Hamburg und Schleswig-Holstein, das sich mit einer 100%igen grünen Energiegewinnung für die Region beschäftigt. Gefördert werden soll dies durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

Im Februar hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) Informationen zum Förderprogramm „Schaufenster intelligente Energie – Digitale Agenda für die Energiewende“ veröffentlicht. Ziel des Wettbewerbs ist die Findung eines innovativen Ansatzes zur Stromerzeugung und Verteilung in Deutschland. Die zwei besten Vorschläge werden mit bis zu 80 Millionen Euro gefördert.

Die restlichen 40.000 Euro zur Finanzierung der grünen Projekte müssen die Teilnehmer eigenständig beisteuern. Die Bewerbungen sind eingegangen und noch im dritten Quartal 2015 soll entschieden werden, welche Region gefördert wird.

Schleswig-Holstein und Hamburg wollen bis 2035 nur noch grünen Strom verwenden

Ziel des gemeinschaftlichen Projektes „Norddeutsche Energiewende“ NEW 4.0 ist es, Kohle- und Atomkraft bis 2035 komplett durch erneuerbare Energien zu ersetzen. Außerdem sollen Verbrauch, Speicherung und Produktion aufeinander abgestimmt werden. Hierfür sollen Programme und digitale Technologien entwickelt werden, die Informationen zu Bedarf und Produktion zwischen Stromproduzenten, Verbrauchern und Netzbetreibern übermitteln. Mithilfe von präzisen Prognosetechniken sollen Schwankungen der Stromerzeugung durch Wind genauer vorausgesagt werden, damit eine Anpassung des Strombedarfs erfolgen kann. Eine weitere Maßnahme ist die Abstimmung der Industrie an die Energieverfügbarkeit, bisher wurden hierfür bei erhöhtem Bedarf Spitzenlastkraftwerke genutzt. Die Förderung durch das BMWi ist für Hamburg und Schleswig-Holstein unter anderem deshalb nötig, weil die Produktion neuer Technologien für Industrieunternehmen noch nicht rentabel ist.

Vorzeigeprojekt in Deutschland: NEW 4.0

Die Ziele von Hamburg und Schleswig-Holstein liegen über den Zielen der Energiewende. Denn neben dem gesamten Strombedarf des Nordens soll auch der Energiebedarf der Industrie, der Kraftstoffbedarf und der Bedarf für Gebäudewärme gedeckt werden. Es wird angenommen, dass NEW 4.0 ein Vorzeigeprojekt in Deutschland und sogar in Europa werden könnte. Die primäre Energiequelle hierfür wird Windenergie sein.
Schleswig-Holstein könnte seinen Energiebedarf schon heute fast komplett mit erneuerbarer Energie decken, dagegen hat Hamburg einen der höchsten Energieverbräuche in Deutschland und kann nur ca. 3 % des Energiebedarfs mit grüner Energie aus der Region decken. Momentan erzeugt die Region ca. 7.000 Megawatt mithilfe von Windparks, das geschätzte Potential für die Region beläuft sich auf 15.000 bis 20.000 Megawatt und soll mit NEW 4.0 komplett ausgeschöpft werden.

Hamburg und Schleswig-Holstein ergänzen sich perfekt

Zu den beteiligten Organisationen gehören Siemens, Vattenfall sowie die Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg. Der Hochschul-Professor Werner Beba sagt über die Zusammenarbeit: „Wir sind überzeugt, dass wir das beste Konzept im Wettbewerb haben, weil sich Hamburg und Schleswig-Holstein bei Verbrauch und Erzeugung in einem neuen Energiesystem perfekt ergänzen.“ Sollte das Projekt die Förderung erhalten, lohnt sich der Blick auf den Stellenmarkt für Hamburg und Umgebung, denn es werden im Norden neue Arbeitskräfte im Bereich der erneuerbaren Energien benötigt. Neben Schleswig-Holstein und Hamburg bewerben sich in der Kategorie Wind auch die Länder Berlin und Brandenburg sowie Ostfriesland und Emsland.

 

dn / as hamburgportal

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