Es geht doch: Hamburg rettet sich zum Klassenerhalt

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Der HSV hat es geschafft: Das „Relegations-Triple“ wurde in den letzten Minuten des letzten Spieltags noch einmal verhindert. Dementsprechend ausgelassen war die Stimmung im Stadion – die Fans hatten in den letzten Jahren bekanntlich nicht viel zu Lachen und feierten die kleine Sensation deswegen beinahe wie einen Titel.

HSV stemmt sich gegen das vermeintliche Schicksal

Angesichts der Vergangenheit waren die meisten Fans nicht allzu optimistisch und die Buchmacher von Portalen wie bet365 sahen das genauso. Die Gründe dafür lagen auf der Hand: Nachdem der HSV schon in den vergangenen beiden Spielzeiten auf Relegationsrang 16 gelandet war und die K.O.-Spiele nur knapp für sich entscheiden konnte, war es schon fast ein wenig schicksalhaft, dass die Rothosen zum letzten Spieltag erneut auf Platz 16 standen. Und klar war: Nur ein Sieg würde den direkten Klassenerhalt bedeuten – ein Unentschieden nicht.

Die Vorteile lagen also klar beim VfL Wolfsburg, für den der Ausgang des Spiels bezeichnend für eine katastrophale Saison ist. Denn nach wie vor besitzt der VW-Werksclub einen der teureren Kader der Liga und mit Namen wie Mario Gomez und Luiz Gustavo sollte es tatsächlich nicht üblich sein, gegen den Abstieg zu spielen.

Dass es anders kam, ist umso tragischer aus Sicht der ambitionierten Wolfsburger. Der Nervenkitzel, der der strapazierten Fan-Seele in Hamburg dieses Jahr erspart bleibt, bahnt sich nun in Niedersachsen an. Und dort liegt sogar ein Drama der besonderen Art in der Luft: Wolfsburg muss in der Relegation nämlich gegen Eintracht Braunschweig ran, den direkten Nachbarn also. Rund 35 Kilometer beträgt die Distanz zwischen beiden Spielstätten, die Region darf sich also auf heiße Tage gefasst machen.

Junger Reservespieler als Zünglein an der Waage

Der „Architekt” der kommenden Begegnung hört übrigens auf den Namen Luca Waldschmidt. Waldschmidt ist gerade einmal 21 Jahre alt und spielt im Kader des HSV eigentlich keine große Rolle. Er gilt als Talent, kam in dieser Saison aber nicht auf viel Spielzeit. Sein Kopfballtor zum 2:1 in der 88. Minute, kurz nachdem er eingewechselt wurde, gehört damit zu den besonderen Geschichten, die der Fußball schreibt.

Doch bedenkt man die Ambitionen, die der HSV als Bundesliga-Dino eigentlich hat, sollte die Euphorie über den Klassenerhalt bald abgehakt werden. Unter dem Strich steht nämlich eine weitere schlechte Saison in den Geschichtsbüchern und die Vereinsführung um Heribert Bruchhagen wäre gut beraten, die Weichen zu stellen, damit der Traditionsverein nächstes Jahr gar nicht erst zum Herzschlagfinale antreten muss.

 

 
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