Mit dem Rauchen aufhören - zu jeder Zeit die richtige Entscheidung

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Für Raucher bedeutet die Zigarette Genuss, Entspannung und Wohlbefinden. Doch Vorsicht ist geboten: Tabakkonsum stärkt das Verlangen nach Wiederholung. Der Weg in die Sucht ist kurz.Die gute Nachricht ist, dass Abhilfe geschaffen werden kann. Raucherentwöhnung ist nicht nur möglich, sondern zudem äußerst förderlich für die Gesundheit. Und das zu jeder Zeit.

Rauchen schädigt viele Organe

Der Konsum von Tabak bedeutet ein erhöhtes Risiko für schwere Erkrankungen. Neben chronischer Bronchitis, Lungenkrebs, Herzerkrankungen, Bluthochdruck (Hypertonie) und Schlaganfall schädigen die Inhaltsstoffe der Zigarette weitere Organe. Hierzu gehören unter anderem die Augen und das größte menschliche Organ: die Haut.

Am gravierendsten scheinen die Auswirkungen des Tabakkonsums auf die Lunge zu sein. Statistiken belegen, dass neun von zehn an Lungenkrebs erkrankten Personen der Gruppe der Raucher zuzuordnen sind. Aber auch auf die Entstehung anderer Krebsarten haben die Schadstoffe im Rauch beschleunigende Wirkung.

Die Entstehung von Krebs im Mundraum und Bereich der oberen Atemwege, Kehlkopfkrebs, Leberkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs, Nieren- und Harnblasenkrebs sowie Brust- und Gebärmutterhalskrebs wird nachweislich durch Rauchen befördert.

Gemäß der Angaben des Deutschen Krebsforschungszentrums ist die Lebenserwartung von Rauchern im Vergleich zu Nichtrauchern um durchschnittlich zehn Jahre kürzer. Jahr für Jahr sterben in Deutschland zwischen 110.000 und 140.000 Menschen in Folge des Rauchens.

Wenngleich nicht tödlich, aber dennoch bedenklich: Tabakrauch schädigt die Zähne, das Skelett, den Verdauungstrakt und wirkt sich nachteilig auf die Fruchtbarkeit aus. Kann es (noch) mehr Gründe geben, die letzte Zigarette zu rauchen?

Je früher desto besser

Nicht allein das Nikotin macht Tabakrauch gefährlich. Etwa 90 verschiedene Substanzen, die schädliche Wirkungen entfalten, befinden sich im Rauch. Die Entscheidung, sich diesen nicht mehr aussetzen zu wollen, wird belohnt. Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass Entwöhnung das Erkrankungsrisiko deutlich senkt.

Generell gilt jedoch: Ein schneller Erfolg stellt sich bereits nach drei Tagen ein. Die Funktion der Atemwege hat sich deutlich verbessert. Nach sieben Tagen sind Blutdruck und Ruhepuls gesunken.

In einem Zeitraum von einem bis neun Monaten, abhängig von den genannten Einflussfaktoren, spürt der ehemalige Raucher eine deutliche Verbesserung im Hinblick auf Hustenanfälle, verstopfte Nasennebenhöhlen und Kurzatmigkeit. Nach und nach normalisiert sich die Lungenfunktion.

Im Bezug auf das Risiko, an Krebs zu erkranken, ist allerdings Geduld gefragt. Nach etwa fünf Jahren halbiert sich die Risikoquote für verschiedene Krebsarten. Im Hinblick auf Lungenkrebs bedeutet Raucherentwöhnung nach zehn Jahren halbiertes Risiko.

Gute Nachrichten gibt es bezüglich eines drohenden Schlaganfalls zu vermelden. In einem Zeitraum von zwei bis fünf Jahren hat der Entwöhnte im Vergleich zum Nichtraucher das gleiche Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden. Und auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sinkt bereits nach zwei Jahren auf das Niveau von Nichtrauchern.

Ein weiterer Nebeneffekt: Die Nase von Rauchentwöhnten nimmt Gerüche wieder besser wahr und auch das Schmecken wird intensiver.

In Lebensjahren ausgedrückt

Gemäß der Angaben des Deutschen Krebsforschungszentrums existieren für Männer und Frauen unterschiedliche statistische Daten. Männer, die pro Tag mehr als zehn Zigaretten geraucht haben, sterben durchschnittlich 9,4 Jahre früher. Bei Frauen sind es 7,3 Jahre. Wer weniger als 10 Zigaretten konsumiert hat, liegt immer noch bei einer etwa fünf Jahre kürzeren Lebenserwartung.

Wer zusätzliche Risikofaktoren mitbringt - dazu gehören starkes Übergewicht (Fettsucht) und hoher Alkoholkonsum - lebt noch weitaus kürzer. Männer sterben statistisch gesehen 17 Jahre früher, Frauen etwa 14 Jahre.

Raucherentwöhnung bedeutet nachweislich ein sinkendes Risiko für schwere Erkrankungen, ein Mehr an Lebensqualität und einen Zuwachs an Lebensjahren.

Endlich Nichtraucher, aber an Gewicht zugenommen

Ehemalige Raucher klagen über zusätzliche Pfunde. Nicht selten ist jedoch die Gewichtszunahme einfach zu erklären: Der Griff zu Süßigkeiten ersetzt den Griff nach der Zigarette. Allerdings gibt es ein Gegenmittel. Ein Teller mit Obst und Gemüse in Griffnähe spart Kalorien und ist zudem reich an Vitaminen und sekundären Pflanzenstoffen.

Der Grund für eine Gewichtszunahme ist im fortschreitenden Alter allerdings auch auf einen veränderten Stoffwechsel zurückzuführen. Frauen in den Wechseljahren kennen das leidige Thema des gesunkenen Grundumsatzes nur zu gut. Bewegung gilt hier als das Mittel der Wahl. Das gilt ebenso für Männer.

Auch die Forschung hat sich einer genauen Analyse des Problems der Gewichtszunahme gewidmet. Offen ist bislang die Frage, ob eine veränderte Darmflora bei entwöhnten Rauchern für das Mehr auf der Wage verantwortlich sein könnte.

Fazit

Sich von der Nikotinsucht zu befreien ist kein leichter Schritt. Es bedarf eines hohen Maßes an Motivation und Durchhaltevermögen. Doch niemand ist allein. Wer Hilfe und Unterstützung sucht, wird eine Vielzahl von Angeboten finden.

Die Schlussbotschaft lautet: Es lohnt sich, künftig rauchfrei leben zu wollen. Mit allen Sinnen ein langes und gesundes Leben genießen - ohne Tabakrauch wird es möglich sein!

Quellen:

  1. http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/rauchen-aufhoeren-so-viel-lebenszeit-bringt-ein-rauchstopp-a-1149836.html
  2. http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/rauchen-aufhoeren-so-viel-lebenszeit-bringt-ein-rauchstopp-a-1149836.html
  3. http://www.dkfz.de/de/tabakkontrolle/Gesundheitliche_Folgen_des_Rauchens.html
  4. http://www.apotheken-umschau.de/Rauchen/So-erholt-sich-der-Koerper-nach-dem-Rauchstopp-8338.html
  5. https://www.121doc.com/de/raucherentwoehnung/nikotin-wirkung

 

 

 

 
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