Versicherungen auf dem Prüfstand: Policen-Check spart Bares!

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Zum Ende des Kalenderjahres ist es ratsam die persönlichen Versicherungen kritisch zu prüfen. Ist der Versicherungsschutz ausreichend, sind manche Policen möglicherweise unnötig und lassen sich Verträge sinnvoll anpassen? Antworten und Tipps zu diesen Fragen hier im Ratgeber.

Wichtige Versicherungen im Überblick

Versichern kann man zwar alles und jeden, doch nicht jedes Produkt wird im Alltag benötigt. Neben völlig unnützen Policen, die umgehend aus dem Portfolio entfernt werden sollten, gilt es den individuellen Bedarf zu beachten. Doch zunächst zu den wichtigsten Versicherungen. Diese sind:pixabay.com / edar

  • Private Haftpflichtversicherung
  • Krankenversicherung
  • Berufsunfähigkeitsversicherung
  • Unfallversicherung Kfz-Haftplicht- / Kaskoversicherung
  • Rechtschutzversicherung / Verkehrsrechtschutz
  • Hausratversicherung
  • Auslandsreisekrankenversicherung

Generell ist eine private Haftpflichtversicherung ein Muss für jeden. Sie zahlt, wenn Versicherte anderen Schaden zufügen. Eine hohe Deckungssumme von 50 Millionen Euro ist ideal. Weniger als 20 Millionen Euro dürfen es nicht sein. Bei der privaten Haftpflichtversicherung ist Aktualität sehr wichtig. Viele alte Verträge enthalten bestimmte Schäden nicht, während diese in neuen längst Standard sind. Daher ist es ratsam regelmäßig in einen neuen Vertrag zu wechseln und Änderungen zeitnah anzugeben. Mit Vereinbarung einer Selbstbeteiligung von rund 150 Euro jährlich, können Versicherte einiges an Geld sparen. Nicht weniger elementar ist die Berufsunfähigkeitsversicherung, kurz BU. Sie sollte möglichst früh abgeschlossen werden, am besten direkt beim Berufseinstieg. Die BU ist entscheidend, da sie den Lebensunterhalt sichert, sollte ein Arbeitnehmer oder Selbstständiger nicht mehr arbeiten können. Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente reicht zum Leben nicht.

Wer viel reist, sollte eine Reiserücktrittsversicherung in Erwägung ziehen. Sie erstattet Ausgaben, die entstehen, wenn Urlauber eine Reise ausfallen lassen oder abbrechen müssen. Eine Auslandsreisekrankenversicherung ist sehr günstig zu haben. Nicht selten für weniger als zehn Euro im Jahr. Wer schon im Voraus weiß, dass er im kommenden Jahr nicht ins Ausland geht, kann die Versicherung pausieren und so zumindest einen kleinen Beitrag einsparen.

Steht der Hausbau, Immobilienkauf oder beispielsweise die Anschaffung eines Hundes an, werden weitere Policen notwendig. Welche Versicherungen Hausbesitzer abschließen sollten, hat die Süddeutsche in einem separaten Ratgeber thematisiert und der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. präsentiert die fünf wichtigsten Policen für Bauherren. Hundehalter finden in Europas größtem Hundemagazin Dogs passende Informationen. 

Tipps zur Kfz-Versicherung

Mittlerweile ist die gängige Wechselsaison bei der Kfz-Versicherung beendet. Bis Ende November konnten Versicherte ihre aktuellen Verträge kündigen, um von günstigen Alternativen zu profitieren. Wer die Frist verpasst hat, muss ab 2017 höchstwahrscheinlich mit Mehrkosten rechnen. Denn ein Großteil der Versicherer erhöht die Preise um rund drei Prozent. Um Stammkunden zu halten, bieten Versicherer jedoch vermehrt kleine Extras. Ein Anruf beim Versicherer kann sich durchaus lohnen. Gleichzeitig könnten Anpassungen des bestehenden Tarifs Einsparungen bringen. Möglicherweise kann künftig auf die Vollkaskos verzichtet werden, weil das Fahrzeug ein gewisses Alter erreicht hat, oder aber innerhalb der Familie mehrere Fahrzeuge beim gleichen Versicherer versichert werden. Stichwort Zweitwagenversicherung. Wie im Vergleichsportal zur Zweitwagenversicherung bestätigt, ist es bei einigen Versicherungsgesellschaften möglich den Zweitwagen wie den Erstwagen zu versichern und von der identischen Schadenfreiheitsklasse zu profitieren. Allerdings müssen in der Regel einige Voraussetzungen erfüllt sein. „Das Erstfahrzeug muss in einer besseren SF-Klasse als SF 2 eingestuft sein“, nennt das Onlineportal eine davon. Außerdem setzen Versicherer voraus, dass sowohl Erst- als auch Zweitwagen bei ihm versichert werden. Auch eine limitierte Kilometerleistung pro Jahr und ein Mindestalter beim jüngsten Fahrer sind denkbare Faktoren. Dennoch lohnt es sich bei der Versicherungsgesellschaft nach der Zweitwagenversicherung zu fragen, da das Sparpotenzial massiv sein kann. Besonders Fahranfänger sparen, da sie in der Regel bei Schadenfreiheitsklasse 0 beginnen und einen Beitragssatz von 110 Prozent zahlen müssen. Ist beispielsweise der Vater in SF 15 mit einem Beitragssatz von nur 40 Prozent, zahlt der Fahranfänger unter bestimmten Voraussetzungen nicht wesentlich mehr. Eine Tatsache, welche die Haushaltskasse merkbar entlastet. Da es aber keine allgemein gültigen Vorgaben für die Zweitwagenversicherung gibt, müssen die vertraglichen Vereinbarungen genauestens geprüft werden.

Das kann weg!

Aufgrund der Niedrigzinsen, die den Finanzmarkt derzeit beherrschen, sind klassische Lebensversicherungen nicht mehr lohnenswert. Von einem neuen Abschluss ist dringend abzuraten. Besser sind Alternativen wie fondgebundene Rentenversicherungen mit entsprechender Streuung oder pixabay.com / Pexelsinternationale Aktienfonds, wobei hier ein fachkundiger und erfahrener Berater hinzugezogen werden sollte, um hochwertige Produkte von riskanten Investitionen zu unterscheiden. Wer bereits über eine der alten Renten- oder Lebensversicherungen verfügt, sollte diese nicht sofort kündigen. Zuvor muss errechnet werden, ob die Kündigung Sinn macht und es bessere Alternativen gibt. Möglicherweise ist es vorteilhaft die Police beitragsfrei zu stellen oder zu verkaufen. Ebenfalls aus dem Versicherungsportfolio entfernt werden, sollten folgende drei Produkte:

  1. Sterbegeldversicherung
  2. Brillenversicherungen
  3. Handyversicherungen


Versicherungs-Check von Stiftung Warentest

Wer im Versicherungs-Dschungel den Überblick verloren hat und nicht mehr weiß, welche Policen wichtig und welche verzichtbar sind, erhält Hilfe mit dem test.de-Versicherungscheck. Damit können Verbraucher online ermitteln lassen, welche Policen beim individuellen Bedarf vorhanden sein sollten. Nach dem Beantworten einiger Fragen nach Familienstand, Wohnsituation und ähnlichem ermittelt das System automatisch eine Liste mit wesentlichen Versicherungsprodukten. Der Test deckt Lücken im Versicherungsschutz auf, weist auf Optimierungsbedarf hin und zeigt Lösungen. Änderungen mitteilen Egal ob der Versicherte heiratet, umzieht, einer Wohngemeinschaft beitritt, in Rente geht oder den Beruf wechselt: Jede für den Versicherungsschutz relevante Änderung der Lebensumstände muss der Versicherungsgesellschaft mitgeteilt werden. Informieren Sie diesen am besten schriftlich, dann sind Sie auf der sicheren Seite.


Bilder (edar – Kalkulation / guenther3011 – Auto / Pexels – Brille) pixabay.com

 
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