Gängige Zahlungsmethoden bei Online-Shops

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In den ersten Jahren der stürmischen Entwicklung des Online-Handels gab es insbesondere bei den großen Auktionsplattformen Probleme mit einigen schwarzen Schafen: Bestellte Waren hatten nicht die beschriebene Qualität, einen ganz anderen Zustand als angegeben oder wurden erst gar nicht geliefert. Hatte ein Kunde mit Vorkasse bezahlt, so konnte dieses Erlebnis die Einkaufsfreude nachhaltig trüben. 


Aus diesen Erfahrungen heraus haben sich im Lauf der Zeit neue, innovative Zahlungsverfahren entwickelt. Diese beachten ganz besonders den Datenschutz und bieten einen Käufer- und Verkäuferschutz, den die klassische Bank nicht anbietet. Dennoch haben sie die klassischen Zahlungsverfahren nicht vollständig verdrängt, weshalb sich der Blick auf die gängigsten Zahlungsverfahren lohnt: 

1. Vorkasse - Zahlung per Überweisung 

Insbesondere seit diversen Spähattacken und Hackerangriffen sind viele Menschen wieder sensibler geworden, was die persönlichen Daten angeht. Ob ein kleines, mittelständisches Unternehmen die Daten wirklich sicher behalten kann? Oder wird einer der Marktführer wieder Opfer eines Hackerangriffs. Wer seine Kreditkartendaten nicht bei einem Online-Shop hinterlegen will, der setzt auf die bewährte Banküberweisung. Die Zahlung ist in der Regel am nächsten Bankarbeitstag beim Empfänger, so dass die Überweisung bzw. Vorkasse kein Zahlungsverfahren in Echtzeit ist. Eine Verzögerung von 1-2 Tagen nehmen viele Kunden gerne in Kauf, da im Gegenzug ja keinerlei Bonitätsdaten und Kreditwürdigkeitsprüfungen vorgenommen werden dürfen. 

2. Lastschriftverfahren: Oft mit Bonitätsüberprüfung 

Das SEPA-Lastschriftverfahren ist auch heute noch eine gängige Zahlungsform bei Online-Bestellungen. Dabei hinterlegt der Kunde im Kundenkonto beim Online-Shop seine Genehmigung, dass der aktuelle Einkauf oder auch zukünftige Einkauf per Lastschrift von seinem Girokonto abgebucht werden. Das Problem für den Online-Händler: Lastschriften können ohne Angabe von Gründen widerrufen werden oder die Lastschrift wird mangels Deckung/Kreditlimit von der Bank abgewiesen. Da es sich - anders als beim Einkauf mit ec cash im Ladengeschäft nicht um ein Verfahren in Echtzeit handelt - muss der Händler irgendeine Art Risikomanagement einführen. Meist baut er eine Art Schufa-Klausel oder Berechtigung zur Datenabfrage bei Wirtschaftsauskunfteien ein, um die Bonität der Kunden prüfen zu dürfen.

Missbrauch und Kriminalität auf Seiten der Online-Händler wurden durch die Einführung des neuen SEPA-Lastschriftverfahrens gleich weitestgehend unterbunden: Für die Erteilung der Mandatsreferenz bzw. Berechtigung zur Abbuchung muss der Online-Händler bei der Deutschen Bundesbank ein Genehmigungsverfahren durchlaufen und Unterlagen wie Gewerbeanmeldung oder ähnliches vorlegen. Damit können die Kunden sicher sein, dass es den Gegenüber bzw. das Unternehmen auch tatsächlich gibt.

3. Neue Online-Zahlungsverfahren wie PayPal 

Der Vorteil bei Online-Zahlungsverfahren wie PayPal liegt auf der Hand: Als neuer Zahlungsdienstleister wurde das Unternehmen quasi im Schulterschluß mit der weltweit größten Auktionsplattform gegründet und konnte dort anhand von mehreren Millionen Transaktionen täglich Erfahrung sammeln. Die Idee hinter PayPal ist ein höchstmöglicher Datenschutz und die Sicherung der Privatsphäre. Der Online-Händler erhält nach Ihrem Einkauf lediglich eine Echtzeit-Bestätigung, dass Sie Ihren Einkauf abgeschlossen und bezahlt haben. Dabei sind Zahlungen in beinahe alle Länder möglich, Wartezeiten bei der Bearbeitung liegen bei wenigen Sekunden.

Für Sie als Kunden sind Online-Zahlungsverfahren in mehrfacher Hinsicht bequem: Sie hinterlegen kritische Kreditkartendaten und Kontoinformationen maximal einmal bei PayPal. Und zahlen dann direkt aus dem PayPal-Konto ohne das Risiko des Abfischens der Daten auf der Händler-Seite einzugehen. Wenn Sie gar keine Kreditkarteninformationen oder Bankkonten hinterlegen möchten, dann können Sie im Extremfall das PayPal-Konto auch erst vor dem Einkauf per Überweisung "aufladen".

Das Zahlungsverfahren Pay Pal wird von Online-Shops und Anbietern angeboten.

Zusätzlich bieten Zahlungsverfahren wie PayPal einen Käuferschutz: Trifft die bestellte Ware nicht ein oder entspricht sie nicht der Beschreibung, so kann eine Konfliktlösung beantragt werden. Meist reagiert der Verkäufer sehr schnell, da PayPal für ein ziemlich robustes Mandat bekannt ist. 

Auch wenn nur ein ganz kleiner Prozentsatz der Online-Einkäufe schief geht, so sind Kunden mit den sicheren Zahlungsverfahren wie PayPal (oder auch der SEPA-Lastschrift) auf der sicheren Seite. Natürlich können Sie auch direkt beim Shop Ihrer Wahl mit Kreditkarten bezahlen, die Zwischenschaltung von PayPal & Co. ist aber ein weiterer Schritt zu noch mehr Sicherheit, der Sie zudem auch nichts kostet.
 
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